Abkürzungen im Kfz-Bereich – wir erklären, was sie bedeuten

Manfred Prescher 261 0
Es sind oft komplexe Bezeichnungen, mindestens aber komplexe „Wortwürmer“, die Autobauer in griffige Abkürzungen verpacken. Manche davon sind so gebräuchlich, dass niemand mehr die Bedeutung hinterfragt. Deshalb bringen die Profis von Rameder in loser Folge Licht ins Dunkel und erklären, was hinter den Buchstabenkürzeln steht.
Platz ist an der „kleinsten Hütte“: Ford Ka mit AHK

Abkürzungen gibt es viele: AHK und AAG

Sicher, die AHK ist bekannt. Speziell für Kunden von Kupplung.de. Denn diese drei Buchstaben stehen nun mal für Anhängerkupplung. Dass die eigentlich von maßgeblichen Menschen beim KBA – nicht zu verwechseln mit den Leuten von KGB oder KSC – Anhängekupplung genannt wird, ist letztlich egal. Aber was ist in diesem Zusammenhang eigentlich ein oder eine AAG? Bei Mercedes-Benz wird so ein „Anhängeranschlussgerät“ bezeichnet. Und damit meinen die Schwaben eben nicht die Anhängerkupplung, sondern ein Steuergerät, das beim Verkuppeln hilft. Überhaupt hat man bei Daimler ein Faible für eigene Abkürzungen. Was ist denn zum Beispiel ein oder eine Mopf? Klingt komisch, gibt es aber wirklich. Das putzige Unwort bezeichnet nichts anderes als die Modellpflege im Hause Daimler. Wenn also die C-Klasse neue Rückleuchten und einen neuen Kühlergrill bekommt, ist das Ergebnis kein neues Auto, sondern eine Mopf.

Gegen die Blockade: ABS von Bosch

ABS – und es blockiert nicht

Das ABS ist altbekannt, denn die grundlegende Idee stammt schon aus dem frühen 20. Jahrhundert – und da aus dem Eisenbahnbau: Es geht darum, beim Bremsen das Blockieren der Räder durch Reduzierung des Bremsdrucks zu verhindern. Erste Versuche beim PKW wurden unter anderem bei Bosch in den 1930er Jahren mit elektromechanischen Bremskraftreglern durchgeführt. Doch erst 1978 war es dank der Digitaltechnik soweit: Das ABS von Bosch ging als Sonderausstattung bei Mercedes S-Klasse und 7er BMW in Serie. Heutzutage arbeitet das ABS – oder ausgesprochen: das Antiblockiersystem – vollelektronisch. Es sorgt dafür, dass der heftige Bremsimpuls, den man in Gefahrensituationen oft unwillkürlich ausübt, übergangen wird. Der Effekt: Lenkung und Bremsverhalten lassen sich auch auf rutschigem oder nassem Untergrund besser dosieren. Moderne Autos arbeiten übrigens mit 4-Kanal-ABS, das heißt, dass das Bremsverhalten aller vier Räder einzeln gesteuert wird. Das System wird von Bosch immer weiter verfeinert. Aber die Ingenieure sagen während ihrer Arbeit nicht ABS sondern ABV – und das steht dann für Automatischer Blockierverhinderer. Passend dazu gibt es noch das EBV, also die Elektronische Bremskraftverteilung.

So funktioniert das ESP im Audi A1

ESP – stabile Straßenlage

Überall auf der Welt heißt das ESP eigentlich ESC – also Electronic Stability Control. Aber dieses Kürzel könnte man leicht mit dem Eurovision Song Contest verwechseln. Und der hat nun mal gar nichts mit Automobilen zu tun. Vielleicht nennt man dieses Helferlein hierzulande deshalb ESP? Das Elektronische StabilitätsProgramm sorgt aber auf jeden Fall dafür, dass durch optimal dosiertes Abbremsen einzelner Räder ein Ausbrechen des Fahrzeugs verhindert wird. Das ESP ist also eine Erweiterung des ABS und wird in Verbindung mit einer Antischlupfregelung eingesetzt. Letztere wird bei VW, Daimler, Audi oder Renault ASR abgekürzt, während Mazda, Ford oder Nissan von TCS, Volvo von TRACS und Hyundai von TSC reden. In allen Fällen bezeichnet das Ganze dann das Traction Control System.

Der Hybrid-Superstar: Toyota Prius IV

HEV – Benziner mit E-Motor

Nein, es reicht nicht, wenn das Auto über eine elektrische Sitzverstellung verfügt. Es lässt sich erst dann als HEV – Hybrid Electro Vehicle – bezeichnen, wenn ein Verbrenner und ein Elektromotor zusammenarbeiten. Erfolgreichstes Beispiel für ein solches Fahrzeug ist der Toyota Prius, der seit 1997 in vier Generationen verkauft wird. Besonders erfolgreich ist der Prius in den USA und in Japan, wo er auch als Daihatsu Mebius verfügbar ist. Sein Antriebskonzept umfasst aktuell einen Benziner, der aus 1,8 Litern Hubraum 98 PS schöpft – und einen E-Motor mit Lithium-Ionen-Akku und einer Leistung von 72 PS. Die gemeinsame Gesamtleistung beträgt 122 PS. Die Verbrauchswerte gelten besonders innerstädtisch als niedrig: Der Hersteller gibt 3,8 Liter an. Der Wirkungsgrad des Doppelantriebs wurde zuletzt durch einen verbesserten Wärmetauscher, der die Verwendung der Abgaswärme zur Erwärmung des Katalysators und des Kühlwassers ermöglicht, weiter optimiert. Deshalb sieht man den Prius mittlerweile in deutschen Großstädten häufig im professionellen Taxibetrieb.

Hier werden Sie geholfen: Kupplung.de hilft bei den Nummern

TSN und HSN – die Schlüssel auch zur AHK

Wer seine AHK bei Kupplung.de über den Fahrzeugschein sucht, kommt schnellstmöglich und sicher zur passenden Anhängerkupplung. Er braucht die Zeichen der TSN und der HSN. Schon zu Beginn der Suche nach einer geeigneten AHK zeigt Kupplung.de, wie man die benötigte Kombination im Zeichenwirrwarr sofort findet. Aber wofür stehen TSN und HSN eigentlich? TSN bedeutet ausgeschrieben Typschlüsselnummer und ist ein achtstelliger alphanumerischer Code, der ein Fahrzeug durch die Angabe der dreistelligen Schlüsselnummer für den Typ und die fünfstellige Nummer für die jeweilige Version des Modells bestimmt. Die TSN beschreibt Modell, Karosserieform, Motorisierung und Art des Antriebs. In der vierstellige HSN – oder Herstellerschlüsselnummer – ist der Konzern, der das Auto gebaut hat, kodiert. Beide Nummern zusammen führen bei Kupplung.de direkt zu den AHKs, die exakt zum Fahrzeug passen. Über TSN und HSN kommt man aber nicht nur leicht zum gewünschten Produkt, man schließt auch Fehlbestellungen komplett aus. Also sei kein Mopf, nimm bei der Bestellung den Fahrzeugschein zur Hand…

Bildnachweis
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  • Bosch Presse
  • Audi Presse
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