Airstream: US-Kultwohnwagen auch für deutsche Anhängerkupplungen

Manfred Prescher 597 0
Sie sind silbrig-glänzend und unverwechselbar – die Wohnwagen von Airstream. Einige davon sind auch für Deutschland zugelassen. Rameder erzählt von Innovation, Style und einer spannenden Geschichte.

Airstream – Am Anfang stand der Wilde Westen

Wally Byam war ein kluger Kopf. Vor allem aber schaute er sich seine Umgebung genau an: Er kam aus Baker City in Oregon, wuchs an einem Knotenpunkt des Siedler-Trails in Richtung Westen auf. Als junger Mann erlebte er dort die wachsende Mobilität auf der alten Route: Die unzähligen Ford T der einfachen Leute, die Autos der reisenden Händler und den rasch wachsenden Bedarf an Anhängern. In den 1930er Jahren, als er seine ersten Airstream-Modelle verkaufte, war der Markt an Wohnwagen in Nordamerika umkämpft: Während in Deutschland gerade die ersten Modelle von Dethleffs an den Start gingen, gab es in den USA bereits mehr als 40 Hersteller.

Leichtbau auf Weltreise

Aber ein Hersteller war anders: Wally Byam wollte nämlich besonders leichte Anhänger bauen, seine Trailer sollten auch der einfache Ford A ziehen können. Bereits beim ersten Modell, dem „Torpedo“ von 1931, setzte er auf Erkenntnisse der Strömungsphysik und auf unlackiertes Aluminium. Der „Clipper“ von 1936 glänzte schon so silbern, wie es Airstreams bis heute tun. Dieses Erfolgsmodell blieb mehr als zwei Jahrzehnte im Programm und trug maßgeblich dazu bei, dass die Wohnwagen von Wally Byam im Volksmund als „Silberlinge“ bezeichnet werden. Die Modelle Traveller, Flying Cloud oder der Overlander sind legendär. Mit einem Overlander begab sich Wally Byam in den späten 1940er Jahren auf große Reisen: Erst ging es durch die USA, dann – 1947 – durch das Nachkriegseuropa. Sein Trailer machte unter anderem in Rotterdam, Brüssel, Paris, Berlin und Rom Station. Getreu Byams Motto: „Man soll danach streben, einem Regenbogen bis zu seinem Ende zu folgen…“

Airstreams sind in den USA allgegenwärtig

Airstreams werden bis heute in Handarbeit gefertigt. Immer noch sind die rollenden Wohnungen auf Leichtbau getrimmt, obwohl viele Zugfahrzeuge heutzutage 3.500 Kilo an den „Haken“ nehmen können.  Aber Airstreams sind Teil des amerikanischen Lebensstils, die müssen so sein. Und weil sie sind, wie sie sind, werden sie in vielen Hollywoodfilmen, von „Mars Attacks“ über „Independence Day“ bis „Wall Street“, eingesetzt. Viele Rock- und Filmstars oder sogar Ex-Präsidenten besitzen einen silbernen Wohnwagen. Mittlerweile arbeitet das in Ohio ansässige Unternehmen mit Boeing, der NASA oder auch Tesla zusammen. Vielleicht schaffen es die Silberlinge irgendwann sogar bis auf den Mond? Nach Deutschland sind sie auf jeden Fall inzwischen gekommen.

Airstream in Deutschland

Die meisten Airstreams sind für die USA konzipiert, aber seit einigen Jahren werden einige Modelle auch für den europäischen Markt angeboten. Dazu gehören neben Wohnwagen auch Airstream Foodtrailer, also rollende Imbiss- und Verkaufsbuden, die in Deutschland mit einem anderen Chassis und der bei uns üblichen Deichsel versehen werden. Nebenbei sind diese Trailer rund 500 Kilo leichter als ihre US-Pendants. Wer mit einem Silberling auf Urlaubsreise gehen will, bekommt vier Airstreams zur Auswahl. Der 6,8 Meter lange Typ 534 kann mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 1.900 Kilo zum Beispiel von einem VW Tiguan gezogen werden, der Airstream 604 braucht dank eines zulässigen Gesamtgewicht von 2.680 Kilogramm schon einen BMW X5 oder Audi Q7. Mit Airstream 684 (2.920 Kilo) und 25IB (3.500 Kilo) ist man dann endgültig in der „3.500er-Klasse“ von VW Amarok, Land Rover Discovery oder Jeep Grand Cherokee angekommen.

Ins Gelände mit dem Wohnwagen?

Laut Airstream USA können bald auch deutsche Offroad-Fans mit einem Airstream-Wohnwagen zünftig in die Wildnis reisen. Die in den Vereinigten Staaten bereits seit 2016 angebotenen, geländegeeigneten Wohnwagen der Baureihe „Basecamp X“ soll es in Kürze auch hierzulande geben. Das gilt auch für den neuen, nun auch auf rund sechs Meter Länge angewachsene Basecamp 20X. Zum „X-Paket“ gehören generell eine Höherlegung um sieben Zentimeter, dazu Offroad-Reifen von Goodyear, eine Frontschürze aus Stahl zum Schutz vor Steinschlägen und ein getönter Fensterschutz. Der Basecamp X ist also der ideale Reisebegleiter für die G-Klasse, den Landy, den Jeep Wrangler oder Land Cruiser von Toyota. Den passenden Haken für die kernigen Offroader gibt es natürlich bei Marktführer Kupplung.de. Hier ein kurzer Überblick über die verfügbaren Anhängerkupplungen für echte Geländewagen.

Bildnachweis
  • Airstream Deutschland
  • Airstream US Press
  • Dethleffs
  • Ford USA
  • Jalopy/Pinterest
  • Wikimedia/Pixabay

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