Anhängerkupplungen für US-Cars

Manfred Prescher 289 0
Generell sind US-Cars geradezu prädestiniert für den Einsatz als Zugfahrzeug, denn sie sind meist leistungsstark und auch die kraftvolle Drehmomentkurve beeindruckt. Aber die Anbringung einer Anhängerkupplung ist ziemlich anders als in Europa. Doch der Rameder-Experte weiß Rat.

Wie erfolgreich sind US-Cars auf dem deutschen Markt?

Manche US-Cars sind Ladenhüter oder werden wegen mangelnder Verkaufschancen in Deutschland nicht oder nur über Importeure angeboten. Das gilt speziell für Limousinen wie den Ford Taurus. Diese Fahrzeuggattung kommt aber auch in den Staaten nicht mehr gut an, in diesem Segment sind Hersteller aus Japan, Korea und Deutschland erfolgreicher. Dafür finden Musclecars oder preiswerte Sportler wie Chevrolet Camaro und Ford Mustang hüben wie drüben Fans. Das gilt erst recht auch für die Geländewagen von Jeep oder leistungsstarke Pickups wie Ford F-150 Raptor, Dodge RAM oder Chevrolet Silverado 1500. Die Zielgruppe für diese Kraftbolzen ist nicht riesig, aber wer so ein Auto fährt, weiß die Nehmerqualitäten zu schätzen. Diese „Zugpferde“ sind quasi prädestiniert, eine Anhängerkupplung spendiert zu bekommen.

Hummer H1 – auch ältere US-Cars bekommen bei Kupplung.de eine AHK

Die amerikanische Lösung – gar nicht so einfach

Prinzipiell unterscheiden sich in den USA angebotene Anhängerkupplungen deutlich von den in Deutschland üblichen: Zum einen gibt es Systeme mit fest verbauten und sehr massiven Längsstreben an denen der Kugelkopf angeschraubt wird. Andererseits sind auch sogenannte „Receiver Systems“ Standard. Diese Vierkantaufnahmen nehmen den Kugelkopf auf – er wird direkt eingeschoben. Dabei sind allerdings Aufnahmen mit verschiedenen Zollbreiten verfügbar. Allein für den Dodge RAM der letzten Baujahre existieren auf dem US-Markt über ein Dutzend unterschiedlicher Systeme. Dass sich die Maße von den europäischen Normen unterscheiden, ist daher logisch. Aber auch der Elektrosatz, die technischen Daten und die Zulassungsvorschriften unterscheiden sich. Es ist daher nicht einmal klar, ob die AHK, die man beim Import eines gebrauchten US-Cars erwirbt, weiterverwendet werden kann.

Jeep Grand Cherokee Trackhawk – regulär in Deutschland erhältlich. AHK gibt es dafür auch

Lieber in Deutschland nachrüsten

Es ist auf jeden Fall besser, die Anhängerkupplung in Deutschland – und erst, nachdem etwa die Beleuchtung auf den hier üblichen Standard umgebaut wurde – nachzurüsten. Das funktioniert, weil nach der Umrüstung auf die in Deutschland geforderte Elektrik auch universelle E-Sätze verwendet werden können. Bei Fahrzeugen mit „massegesteuerter“ Beleuchtung hilft Kupplung.de übrigens ebenfalls: Man benötigt die E-Sätze mit den Bestellnummern 141550 (7-polig) oder 141551 (13-polig). Kupplung.de hat für viele US-Fahrzeuge einen passenden Haken im Sortiment, etwa für ältere Dodge RAMs oder die aktuellen F-Modelle von Ford. Für den Pick-Up aus Dearborn werden beispielsweise AHKs »für Vierkantaufnahme« nebst passenden Elektrosätzen angeboten. Speziell für die Besitzer von amerikanischen Ford-Automobilen hat Kupplung.de eine eigene Unterseite angelegt – www.kupplung.de/anhaengerkupplung/ford-usa/. Dort findet man auch eine Liste der Modelle, für die es Anhängerkupplungen gibt.

Adapter für eine vorhandene US-Anhängerkupplung

Ist das importierte Fahrzeug als Gebraucht- oder Neuwagen bereits mit einer Anhängerkupplung ausgerüstet worden, muss der E-Satz ebenfalls ersetzt werden. Für „Receiver-Systeme“ gibt es spezielle Kugelkopfeinschübe im Handel, die mit einem E-Prüfzeichen versehen und damit zulässig sind. Andere Anhängerkupplungssysteme sollten komplett ausgetauscht werden.

Die Anhängelast sollte unter O.1 und O.2 eingetragen sein

Nicht vergessen: Die Anhängelast

Aus gesetzlicher Sicht ist die Eintragung der Anhängelast wichtig. Aber die beiden Felder im Fahrzeugschein – Zulassungsbescheinigung Teil 1 – sind bei US-Cars häufig leer. TÜV oder Dekra helfen in diesem Fall weiter, wenn dort die betreffenden Werte bereits vorliegen. Ansonsten muss der Hersteller in den USA kontaktiert werden. Weder Ford Deutschland noch die FCA Group, zu der Jeep gehört, bieten hier Unterstützung.

Bildnachweis
  • Ford Press US
  • GM Press
  • FCA Presse
  • Rameder

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