Der Dauerbrenner für alle Lebenslagen: Lada Niva

Manfred Prescher 815 0
Er ist tatsächlich ein Dauerbrenner: Nahezu unverändert gibt es ihn seit Jahrzehnten – und auf ihn ist Verlass. Daher ist er einer der Auto-Lieblinge des Teams von Rameder.

Ein Dauerbrenner, der nicht in die Jahre kommt

Er heißt eigentlich ВАЗ-2121 oder auch WAS-2121, man nennt ihn in seiner Heimat „Niwa“ und bei uns „Niva“ und angeblich geht seine Entwicklung auf den sowjetischen Politbürovorsitzenden Alexei Nikolajewitsch Kossygin zurück. Auf jeden Fall gab der Funktionär 1970 ein Auto in Auftrag, aus dem dann ab 1976 der bis heute gebaute Dauerbrenner Lada Niva wurde: Extrem geländegängig, einfach zu beherrschen und zu reparieren, preiswert in der Herstellung und weltweit verkaufbar sollte er sein – und all das wurde er auch. Über zwei Millionen Exemplare wurden in rund viereinhalb Jahrzehnten unter die Leute gebracht. Sicher, der Niva ist kein Rostverächter und sein Plastik verflüssigt sich bei Hitze, aber der Russe kommt auch da hin, wo selbst mancher Traktor oder Land Rover und Co. gerne mal stecken bleiben.

Was den kernigen Russen auszeichnet

Der Niva ist ein zuverlässiger Begleiter, dessen Technik robust und schrauberfreundlich ist. Angeblich würde er sogar mit Klärschlamm fahren, sicher ist aber, dass er auch schlechten Sprit verzeiht. Weil: Wer irgendwo in Sibirien, der Mongolei oder in den Weiten Schwedens oder Ugandas liegen bleibt, muss – und wird – das Auto wieder flottbekommen. Und dabei spielt es keine Rolle, ob man mit einem der bis in die 1990er Jahre hinein gebauten Urmodell oder seinem minimal aufgefrischten Ablegern WAS-21213 oder WAS-21214 unterwegs ist. Oder ob man ein Fahrzeug mit langem Radstand oder gar einen der seltenen Pickups nutzt. Übrigens: Auch in puncto Anhängerkupplung spielt das keine Rolle. Marktführer Kupplung.de hat für alle Niva-Modelle seit 1976 – und sogar für die Vorserienfahrzeuge von 1975 – einen passenden Haken auf Lager.

Der Niva ist immer und überall – dank perfektem Allradantrieb

So geht simple Allradtechnik der unverwüstlichen Art: Das Getriebe verfügt über fünf synchronisierte Vorwärtsgänge und einen unsynchronisierten Rückwärtsgang. Die Gänge werden mit einem Mittelschalthebel eingelegt. Mit einem zweiten Hebel wird bei Bedarf die Untersetzung zugeschaltet, so dass insgesamt zehn Vorwärtsfahrstufen und zwei Rückwärtsfahrstufen zur Verfügung stehen. Die Gewichtsverteilung auf die beiden Achsen ist dabei so optimal, dass er Steigungen bis zu 58 Prozent und Schrägen von bis zu 48 Grad schafft. Dank einer Wattiefe von 65 Zentimetern sind Durchfahrten von kniehohen Flüssen auch kein Problem. Dass sich der kantige Klotz aus Тольятти derzeit besonders bei coolen Hamburgern, Berlinern oder Münchnern erfreut, liegt sicher auch am SUV-Boom. Hauptsächlich ist aber wohl ein Grund für den Erfolg des immer noch produzierten Oldtimers zuständig: Mehr Auto braucht man nämlich eigentlich nicht. Der Niva kommt überall hin – ins Parkhaus der Elbphilharmonie genauso wie zum Outdoor-Abenteuer.  Bike oder Boot transportiert man dann idealerweise via Anhängerkupplung.

Isländische Fußballfans mit dem Lada unterwegs in Russland

Ein Niva bei der Fußballweltmeisterschaft

Wenn es sein muss, fährt der 4×4-Lada in bester „Star Trek“-Manier auch dorthin, wo noch nie zuvor ein Mensch gewesen ist. Eigentlich gibt es wohl keinen Ort, den ein Niva nicht schon unter die Räder genommen hat. Beispiel gefällig? Fans der isländischen Nationalmannschaft fuhren mit einem Niva quer durch Skandinavien bis an die Spielorte ihres „Wikinger“ – also nicht nur nach Moskau, sondern auch nach Wolgograd und Rostow am Don. Allein von Reykjavík nach Rostow sind es 5.500 Kilometer. Zieht man den Wasserweg durchs Nordmeer ab, bleibt immer noch einiges an Strecke übrig. Der Niva kam natürlich wieder heil auf dem Eiland der Wikinger an.

Niva und Island – eine besondere Verbindung

Was haben Hamburger und Isländer gemeinsam? Richtig: Sowohl in der Elbmetropole, als auch auf der Insel im hohen Norden Europas gibt es viele Fans des Niva: Islands Bauern, seine Schaf- und Pferdezüchter setzen auf die Tugenden des rüstigen Russen. Wer will, kann sich daher auch einfach einen Lada Offroader vor Ort mieten, so wie Nico und Jasmin. Die Outdoor-Fans, die beruflich für das ZDF Filme drehen, haben Island mit einem Niva namens „Olga“ erkundet. Dabei entstanden atemberaubende Bilder – auch, weil Olga sie ohne Murren zu den Felsstränden der östlichen Fjorde oder zum Gletschersee Jökulsarlon brachte. Der Demograph und Buchautor Uwe machte es ganz anders: Er fuhr mit dem eigenen Niva von Erlangen aus nach Island. Das Auto hat der Franke zwar nicht mehr, aber es begleitete ihn auch in andere Länder – von Norwegen bis Marokko. Dort wellte sich zwar das Plastik, aber der Rest kehrte unversehrt zurück.

Steigungen sind kein Problem – zur Not zieht der Niva auch einen Anhänger hoch

Fazit: Der kann auch was wegziehen

Der Niva ist ein besonderes Auto: Wer einen hatte, wird ihn nie im Leben vergessen. Und wer aktuell einen besitzt, weiß, dass für den Russen nichts unmöglich ist. Außer schnelle Autobahnfahrten. Und deshalb ist der Evergreen von Lada auch bestens geeignet für eine Anhängerkupplung: 1.490 Kilo darf er ziehen, wenn der Anhänger über eine eigene Bremse verfügt. Ungebremst sind es immerhin 600 Kilogramm.

Bildnachweis
  • Lada Presse RU
  • Rameder
  • Motorsägenportal
  • Cars And Data
  • Nico Viets

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