Deutschlandreise – Urlaubstipps in Ihrer Nähe

Manfred Prescher 1277 0
Auch in diesem Jahr werden wohl nur wenige Menschen Urlaub im Ausland machen. Das Urlaubs-Zauberwort heißt auch 2021 wieder „Deutschlandreise“. Das Rameder-Team stellt fünf Regionen vor, die viel Freizeitwert für Groß und Klein bieten.

Deutschlandreise – spielen wir mal Urlaub

1962 kam bei Ravensburger das Spiel „Deutschlandreise“ heraus. Das Ziel war es, durch das Ziehen von Kärtchen und mit etwas Wissen durch die damalige Bundesrepublik zu reisen. Später wurde die Deutschlandreise für Zuhause erweitert, auch eine DDR-Edition gab es kurzzeitig mal. Was man beim kurzweiligen Tripp mit den Fingern über die Papplandkarte aber nicht merkt, ist, wie schön und vielfältig Deutschland ist. Denn eigentlich gibt es kaum eine Gegend, die nicht ihren speziellen Reiz hat – der Rennsteig, die Rhön, die Fränkische Schweiz, das Emsland, der Hunsrück, die Schwäbische Alb, das Elbsandsteingebirge, die Lüneburger Heide sind schön. Zwischen Flensburg, Zittau, Garmisch und Saarbrücken lässt sich einfach gut Urlaub machen. Also Dachbox aufs Auto, Fahrradträger bestückt – und los geht’s. Überall warten lauschige Plätze und viele Freizeit- und Sportmöglichkeiten für die ganze Familie auf die Besucher. Wie im Spiel begeben wir uns auf eine Rundreise und fangen im Nordosten an.

Mecklenburg-Vorpommern – Vielfalt in seiner schönsten Form

Zwischen Ostsee, Müritz und Schaalsee zeigt sich die Natur in vielfältiger Form. Wer Ruhe sucht, ist in Mecklenburg-Vorpommern richtig. Aber auch urbanes Leben kann man hier genießen. Als Urlaubsregion wird das Bundesland aber vor allem wegen der vielen Erholungsmöglichkeiten immer beliebter. Hier leben Pflanzen- und Tierarten, die in anderen Teilen Deutschlands längst ausgestorben oder doch zumindest selten anzutreffen sind – Orchideen, Kraniche oder Fischotter zum Beispiel. Drei Nationalparks, sechs Naturparks und drei Biosphärenreservate bewahren hier die Natur. Unsere Tipps: Reisen Sie doch mal zur Halbinsel Darß-Zingst, die direkt an der Ostseeküste liegt und mit dem urwüchsigen Nationalpark „Vorpommersche Boddenlandschaft“, aber auch mit Fischlokalen lockt. Wer sich für lebendige Geschichte interessiert, sollte die malerische Hansestadt Stralsund – am namensgebenden Meerarm Strelasund gelegen – besuchen. Wenn man schon in Stralsund ist, sollte man sich auch auf die einwohnerreichste deutsche Insel begeben. Über Rügendamm und Rügenbrücke ist es ein Katzensprung nach Rügen und zu den einmaligen Kreidefelsen.

Tief im Süden – die Deutsche Alpenstraße

Die 484 Kilometer lange Deutsche Alpenstraße ist überall zauberhaft. Wer gut bei Puste ist und sich Zeit nimmt, sollte mit dem Fahrrad entlangfahren. Natürlich ist sie auch ein Paradies für Motorradfahrer. So oder so: Man beginnt die Reise am besten in Lindau, dem westlichsten Ort Bayerns. Eine herrliche Altstadt mit wunderbaren Lokalen und der Bodensee verbreiten schon mal Urlaubsstimmung. Über das Oberallgäu mit dem Hochgrat, dem Großen Alpsee in Immenstadt und den Skisprungort Oberstdorf geht es weiter zum Festspiel-Dorf Oberammergau. Von dort aus fährt man an einem weiteren Skisport-Zentrum vorbei: Garmisch-Partenkirchen und die Zugspitze liegen auf der Route, die dann via Schliersee, Chiemsee und dem Biathlon-Zentrum Ruhpolding nach Berchtesgaden und zum Königssee führt. Die bayerische Pracht mit hohen Bergen, welligen Auen und auch königlichen Schlössern liegt einem zu Füßen. Nebenbei bieten die Orte an der Strecke auch Möglichkeit für sportliche Betätigungen aller Art.

Der Schwarzwald – lieblich, bergig und sonnig

Auf über 11.100 Quadratkilometern erstreckt sich im äußersten Südwesten eine besondere Region: Der Schwarzwald ist nicht nur das größte Mittelgebirge Deutschlands, er vereint auch unterschiedliche Landschaften. Im Norden warten langgezogene Waldberge auf den geübten Wanderer oder den Biker. Im mittleren Schwarzwald verzaubern breite Wiesentäler und unter anderem die Triberger Wasserfälle. Sie gelten als Deutschlands höchste Wasserfälle, da sie über mehrere Stufen hinweg 163 Meter tief ins Tal rauschen. Hinauf auf knapp 1.500 geht es im Süden, genauer: im Hochschwarzwald. Der Feldberg ist die höchste deutsche Berg außerhalb der Alpen. Man erreicht über den malerisch kurvenreichen Feldbergpass – die B317 – von Titisee und Lörrach aus. Ein besonderer Tipp: Fahren Sie doch mal mit dem Zug. Mit der Dreiseenbahn erreicht man den höchstgelegenen Bahnhof an einer deutschen Normalspurstrecke – die auf knapp 1.000 Metern gelegene Station Feldberg-Bärental. Von dort aus kann man gut weiterwandern. Unser besonderer Tipp im Hochschwarzwald: Der Kur- und Wallfahrtsort St. Märgen mit seiner atemberaubenden Aussicht.

Mosel und Rhein – und ganz viel Wein

An Mosel und Rhein wächst guter Wein. Wer einen guten Tropfen schätzt, ist in dieser Region absolut richtig. Aber auch Naturfreunde und Geschichtsinteressierte kommen hier voll auf ihre Kosten: „Ich weiß nicht, was soll es bedeuten, dass ich so traurig bin/Ein Märchen aus alten Zeiten, das kommt mir nicht aus dem Sinn“, heißt es bei Heinrich Heine. Er besingt eine Nixe, die angeblich auf dem Berg Loreley wohnt. Spätestens durch Clemens Brentanos Roman „Godwi“, erst recht aber durch Heines Poem wurde das fabelhafte Wesen unsterblich. Sie selbst hat angeblich durch ihre Schönheit die Männer erst um den Verstand und dann ums Leben gebracht. Das mag man fast glauben, weil auch die Gegend um St. Goarshausen herrlich ist. 40 Kilometer nördlich von der Lore liegt Koblenz, die drittgrößte Stadt von Rheinland-Pfalz. Hier mündet die Mosel in den Rhein, genau am Deutschen Eck. Die Landzunge, die in seiner erst 130-jährigen Geschichte verehrt, kritisiert uns geschmäht wurde, die Denkmal der Reichsgründung und Mahnmal der deutschen Teilung war, markiert auch den sanften Beginn des Hunsrücks.

Schleswig-Holstein: Mehr Meer geht nicht

Das nördlichste Bundesland ist unser Land zwischen den Meeren: Im Westen grenzt Schleswig-Holstein an die aufbrausende Nordsee. Bei Urlaubern besonders beliebt sind die Inseln Helgoland, Pellworm, Amrum, Föhr und Sylt, sowie die zehn Halligen. Im Osten wartet die Ostsee mit der Kieler Bucht, der bezaubernden Buddenbrooks-Stadt Lübeck oder dem Timmendorfer Strand auf Gäste. Dazwischen sorgt einer der weltweit meistbefahrenen künstlichen Wasserstraßen – der knapp 100 Kilometer lange Nord-Ostsee-Kanal – dafür, dass pro Jahr rund 30.000 Schiffe „die Seite wechseln“ können. Im Westen mündet der Kanal bei Brunsbüttel in die Elbe, im Osten ist Kiel-Holtenau – also die Kieler Förde – der Endpunkt. Eindrucksvoll ist die die zwischen 1911 und 1913 unter anderem mit 3,2 Millionen Eisennieten errichtete Eisenbahnhochbrücke unweit von Rendsburg. In Schleswig-Holstein gibt’s mehr Meer als sonst irgendwo in Deutschland. Auch Dänemark und das „Tor zur Welt“, also Hamburg, grenzen bei Flensburg beziehungsweise Norderstedt an das herb-flache Land. Und unsere kleine Deutschlandreise endet an der Küste. Mit dem „Plopp!“ einer Flasche Flens? Warum nicht.

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