Hier geht es mal nicht um Anhängerkupplung: So funktioniert die Kupplung im Auto

Manfred Prescher 2333 0
Wer ein Auto mit Schaltgetriebe fährt, kommt nicht ohne Kupplung aus. In modernen Automatik-Fahrzeugen sind – fast unbemerkt – sogar zwei Kupplungen im Einsatz. Der Rameder-Profi erklärt, wie das Ganze arbeitet.

Was macht eigentlich die Kupplung?

Einfach gesagt, stellt sie die Verbindung zwischen dem Motor und dem Getriebe her, sie sorgt also für die Umsetzung der Kraft. Sie ist auch in der Lage, Motor und Getriebe wieder zu trennen. Sonst wäre es nicht möglich, das Fahrzeug anzuhalten, während Otto-, Diesel- oder Wankel-Triebwerk noch laufen. Mit dem Tritt auf das Kupplungspedal wird die Verbindung getrennt, beim Loslassen des Pedals, also beim „Einkuppeln“, wird die Verbindung hergestellt. Außerdem ermöglicht die Kupplung ein bequemes und einfaches Anfahren. Eine wesentliche Aufgabe der Kupplung ist der Ausgleich von unterschiedlichen Drehzahlen zwischen Getriebe und Motor. Mit ihrer Hilfe werden somit die Komponenten weniger beansprucht.

Wie arbeitet die Kupplung?

Die Kupplung besteht hauptsächlich aus zwei essentiell wichtigen Teilen – der Kupplungsscheibe und der Druckplatte. Solange das Kupplungspedal nicht durchgetreten wird, drückt die Kupplungsscheibe mittels der Druckplatte gegen das Schwungrad des Motors. Auf diese Weise wird die Kraft des Triebwerks an die angetriebenen Räder weitergegeben. Wird das Kupplungspedal betätigt, ist die Verbindung zwischen Motor und Getriebe unterbrochen. Es wird keine Kraft mehr auf die Räder übertragen.

Der Gangwechsel

Durch die Kupplung lassen sich die Gänge wechseln, das ist klar. Der Fahrer ist also in der Lage, die jeweils für die erwünschte Geschwindigkeit richtige Fahrstufe zu wählen. Man sollte aber allzu heftiges Einkuppeln und größere Drehzahlunterschiede nach Möglichkeit vermeiden. Denn schonende Fahrweise sorgt für weniger Verschleiß der beanspruchten Komponenten. Dann halten Kupplungen auch mehr als 100.000 oder gar 200.000 Kilometer lang – vor allem, wenn das Auto meist über Langstrecken bewegt wird. Staus, Stadtverkehr und häufige Fahrten mit Wohnwagen oder Anhängern belasten die Kupplung. Allerdings kann man auch das Gespann vorausschauend – und dadurch schonender – bewegen. Manche Fachleute raten dazu, beim Parken nicht den ersten Gang einzulegen, sondern Leerlauf und Handbremse zu wählen. Allerdings ist unklar, wie sehr das Parken im ersten Gang tatsächlich der Kupplung schadet. Es sollen schließlich auch schon Autos davon gerollt sein, weil die Bremse nicht mehr hielt.

Das moderne Automatikgetriebe

Auch moderne Automatikgetriebe arbeiten mit der Hilfe einer Kupplung. In sogenannten Direktschaltgetrieben (DSG) verrichten tatsächlich sogar zwei Kupplungen den Dienst: Sie minimieren die Lastwechsel während des Schaltvorgangs und sorgen so für direkteren Vortrieb. Die „Schaltpausen“, die sich ältere Automatik-Autos gönnten, gehören so der Vergangenheit an. Der Fahrkomfort nimmt zu, die Automatik hilft – im Gegensatz zu früher – auch beim Spritsparen.

Fazit: Merkt man, ob die Kupplung kaputt geht?

Es lohnt sich immer, auf das eigene Auto zu hören. Der Verschleiß der Kupplung macht sich – analog zu schwächer werdenden Bremsanlagen – durchaus bemerkbar. Seltsame Geräusche beim Schalten, Probleme beim Einlegen der Gänge, ein anderes „Gefühl“ beim Durchtreten des Pedals sind mögliche Hinweise auf ein absehbares Lebensende der Kupplung. Die Geräuschentwicklung kann man am leichtesten im Leerlauf und mit angezogener Handbremse testen: Ist ein Quietschen beim Durchtreten des Pedals zu hören, ist ein Werkstattbesuch angesagt.

Bildnachweis
  • Yellow Fox
  • Volvo Sweden
  • Luk GmbH
  • BMW Presse

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