Alles über Motoröl

Manfred Prescher 1948 0
Man sieht es nur, wenn das Triebwerk undicht ist – das Motoröl. Und doch ist es extrem wichtig. Denn es schmiert die wichtigen Teile, die unser Vorwärtskommen erst ermöglichen. Deshalb verrät der Rameder-Profi alles, was man rund um das „braune Gold“ wissen sollte – von der Qualität des Schmierstoffes bis zum Ölwechselintervall.

Wozu ist Motoröl überhaupt nötig?

Öl ist der Schmierstoff des Motors, es sorgt für reibungsarmes Zusammenspiel der beweglichen Motorteile und für leichten Lauf. Außerdem ist es für die Feinabdichtung zuständig und dient dort, wo kein Kühlmittel hinkommt, für Abkühlung – also zum Beispiel an den Kolben. Wenn das Motoröl fehlt, kommt es zum berühmten Kolbenfresser.

Wie hoch ist der Ölverbrauch

Man sagte früher, dass ein Fahrzeug pro 1.000 Kilometer zwischen einem und eineinhalb Liter Öl verbraucht. Moderne Motoren sind da allerdings viel sparsamer, da liegt der Ölverbrauch deutlich niedriger, so dass „Ölzugaben“ nahezu wegfallen. Generell gilt: Je größer der Brennraum, desto mehr Schmierstoff wird benötigt. Ein US-Bigblock mit siebeneinhalb Litern Hubraum und acht oder gar zehn Zylindern hat einen deutlich höheren Bedarf als ein Up! mit einem Liter Hubraum.

Ölstand prüfen

Bei modernen Autos wird ein niedriger Ölstand über den Bordcomputer angezeigt, eine Anzeige im Cockpitdisplay schlägt bei niedrigem Füllstand Alarm. Dennoch sollte man immer wieder selbst den Füllstand überprüfen, sinnvollerweise bei jedem zweiten oder dritten Tanken. Dazu stellt man das Auto auf eine möglichst gerade Fläche ab, öffnet die Motorhaube, zieht den Ölstab heraus, wischt ihn ab und schiebt ihn wieder hinein. Danach wird er noch einmal herausgezogen. Anhand der Markierungen ist zu sehen, ob ausreichend Öl im Kreislauf ist. Wer im Finsteren nach dem Ölstand schauen muss, sollte eine Arbeitsleuchte im Kofferraum mitführen. Diese gibt’s preiswert bei Kupplung.de.

Der Ölwechsel

Die Intervalle für den Ölwechsel werden vom Autohersteller vorgegeben. Die moderne Technik ermöglicht immer größere Wechselintervalle. Aber natürlich verschleißt Öl immer noch – und Verbrennungsrückstände wie Ruß oder Schwefeloxide oder auch der „normale“ Motorabrieb verunreinigen es. Durch diese Verunreinigungen kann es zu Schäden am Motor, speziell an den Kolben, kommen. Speziell bei Dieselmotoren wird der Ruß leicht zum Problem. Die Verdickung des Öls führt dann im Winter dazu, dass der Selbstzünder nicht oder nur schwer zu starten ist. Man sollte übrigens den Ölfilter zusammen mit dem Öl wechseln, denn der sammelt ja viele Schmutzpartikel und ist dementsprechend genauso „schmutzig“ wie das Öl selbst  – und damit funktionsuntüchtig.

Welches Öl sollte man nehmen?

Da moderne Motoren höchst unterschiedlich konzipiert sind, ist man angehalten, nicht zuerst auf den Preis zu achten. Man nehme das vom Autohersteller empfohlene Öl und suche dann erst nach dem günstigsten Angebot für diesen speziellen Schmierstoff.

Was steckt hinter den Bezeichnungen?

Die Angaben wie 10W-40 oder 25W-60 sind schon ziemlich kryptisch. Sie bezeichnen die sogenannten SAE-Klassen und das „SAE“ steht für Society of Automotive Engineers. Für den Verbraucher ist allerdings die Bedeutung wichtig: Die Zahl vor dem „W“ gibt an wie zähflüssig das Öl bei einer Temperatur von -17,8 Grad Celsius ist. Das „W“ steht für Winter, nicht für das Gewicht,. Je höher die Zahl ist, desto dünner ist das Öl bei niedrigen Temperaturen. Ein 5W-30-Motoröl ist also bei kalten Temperaturen weniger zähflüssig als etwa ein 10W-30-Motoröl. Die Zahl hinter dem „W“ beschreibt die Viskosität bei 100 Grad Celsius. Und was ist Viskosität? Der Begriff ist das Maß für die Fließfähigkeit eines Schmieröls. Je höher seine Viskosität, desto dickflüssiger ist das Öl. Und je niedriger seine Viskosität ist, desto dünnflüssiger ist es demnach auch.

Was versteht man unter Mehrbereichsöl?

Öl ist bei Kälte dick und bei Hitze dünn. Das gilt speziell für die früher üblichen Einbereichsöle. Deshalb musste man vor Jahr und Tag das Öl im Frühling und Herbst wechseln. Moderne Mehrbereichsöle schmieren – unabhängig von der Außentemperatur – gut.

Fazit:

Der AvD rät, dass man unterschiedliche Motoröle nicht mischen sollte. Der Grund ist natürlich klar, man kann nicht wirklich abschätzen, welches spezifische Öl man „zusammengebraut“ hat. Das Ergebnis kann zu Motorschäden und Garantieverlusten führen. Im letzten Teil unserer Frühlingsserie gehen wir noch mal zum Ausgangspunkt unserer Reihe zurück: Wir stellen ein paar Songs vor, die man bei Ausflug ins Grüne hören sollte.

 

Bildnachweis
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