Im Winter sicher unterwegs – mit Schneeketten

Manfred Prescher 1507 0
Wenn es bei Eis und Schnee nicht mehr weiter geht, braucht man dringend Schneeketten helfen. Die Kettennetze werden aus Kunststoff, Stahl oder aus Textilien gefertigt und erhöhen die Traktion – wenn sie richtig eingesetzt werden. Rameder erklärt, was man in puncto Schneeketten beachten muss.

Die richtige Kette

Beim Kauf von Schneeketten sollte man unbedingt auch die Angaben des Reifen- sowie des Autoherstellers beachten. Denn für die meisten Reifentypen liegen Empfehlungen vor. Bei einigen Automodellen – und das nicht nur bei Supersportlern der Marken Ferrari oder Lamborghini – lassen sich Schneeketten nicht auf die Standardreifen aufziehen. Denn oft ist der Platz im Radkasten einfach zu klein. Deshalb sollte man im Winter die kleinste Reifendimension wählen. Auch mit den im Winter immer beliebteren Alufelgen kann es zu Problemen kommen. Für den Kauf der Kette braucht man die Reifengröße und die Felgenbreite.

So wird montiert

Fest oder locker spannen – das ist hier die Frage. Tatsächlich hat beides Vorteile: Bei locker montierten Ketten sammelt sich weniger Schnee und Matsch an den Ketten, fest gespannte Ketten schonen die Reifen. Allerdings ist bei vielen Autos der Radkasten so eng dimensioniert, dass die Kette fest gespannt werden muss. Denn sie würde sonst das Fahrzeug – die Karosserie wie die Achse – beschädigen. Je nach Typ ihrer Schneekette ist die Montage unterschiedlich: Bei Seilketten wird die Kette in Längsrichtung vor den Reifen gelegt. Dazu wird das Auto so weit vorgefahren, dass der Reifen auf der Kette steht. Dagegen werden Ringketten mit einem Stahlring am Reifen eingehängt. Das geht einfach vonstatten, aber die Kette muss dafür geeignet sein. Außerdem sind noch Bügelketten verfügbar – und Systeme, die einen Mix aus Seil-, Bügel- und Ringkette darstellen.

Der Umgang mit ASR und ESP

Schneeketten kommen möglicherweise in Konflikt mit den Sicherheitssystemen des Autos, also mit dem Elektronischen Stabilitätsprogramm (ESP) oder der Traktionskontrolle (Antischlupfregelung ASR). Diese elektronischen Helfer verhindern das Durchdrehen der Reifen und damit auch, dass sich die Kette wie vorgesehen in den Untergrund eingräbt. Es ist daher sinnvoll, das ESP und auch die ASR auszuschalten beziehungsweise die Eingriffsschwelle der Programme zu erhöhen, wenn das vom Hersteller vorgesehen ist. Dazu empfiehlt es sich, das Handbuch des Fahrzeugs zu studieren, denn die Handhabung von ASR und ESP ist von Hersteller zu Hersteller verschieden.

Rechtliche Regelungen

Die Fahrt mit Schneeketten ist auch rechtlich geregelt. Laut Straßenverkehrsordnung darf mit einer Geschwindigkeit von maximal 50 km/h gefahren werden. Ein höheres Tempo empfiehlt sich allerdings nicht, denn mit Ketten fährt man ja nur auf tief verschneiten oder glatten Strecken. Ist man auf der in einer Gegend unterwegs, in der Schneekettenpflicht besteht, sollte man den nächsten Kettenanlegeplatz anfahren. In manchen Ländern, etwa in Slowenien, Österreich, oder Norwegen müssen bei Fahrzeugen mit einem Gewicht über 3,5 Tonnen Schneeketten mitgeführt werden.

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