Tesla Model 3 – die obere Mittelklasse ist unter Strom

Manfred Prescher 2643 0
Mit dem Model 3 ist Tesla endgültig in der gehobenen Mittelklasse angekommen. Die Konkurrenz der geräumigen Coupé-Limousine sind etwa Mercedes C-Klasse oder der 3er-BMW. Rameder stellt den schicken Stromer vor.

Der Hype um das Tesla Model 3

Wenn ein Tesla ein neues Modell vorstellt, bilden sich vor den Shops ähnliche Schlangen wie bei Apple am Erstverkaufstag eines neuen iPhones. Dabei geht es bei der Firma von Elon Musk an diesem Tag nur darum, eine „Anzahlung auf eine unverbindliche Vorbestellung“ zu leisten. Wenn das Auto dann abholbereit vor einem steht, erlebt man die eine oder andere Überraschung. Denn ein Tesla Model 3 ist in vielen Dingen ziemlich anders. Das Fahrzeug hat Nissans Leaf als erfolgreichstes E-Mobil abgelöst.

Die Leistung stimmt

Das Modell 3 ist knapp 4,8 Meter lang und bietet jede Menge Platz. Gut, das kann man von einer rund 50.000 Euro teuren Limousine auch erwarten, denn das können BMW, Audi oder Daimler auch. Das Herzstück ist dann doch anders als gewohnt: Die geschaltete Reluktanzmaschine mit Permanentmagneten ist der Clou. Aktuell leistet der Elektromotor 287 PS und zieht mit einem gewaltigen Drehmoment von 525 Nm voran. Apropos „Ziehen“, natürlich ist das Model 3 auch stark genug, um als Zugfahrzeug zu dienen. Bei Rameder steht deshalb schon fest, dass eine geeignete Anhängerkupplung demnächst verfügbar sein wird. Für das optisch ähnliche Tesla Model S ist ja bereits eine AHK erhältlich. Bei Tesla ist sowieso alles im Flow, so wird das Model 3 im nächsten Jahr um mehrere Leistungsvarianten erweitert – die stärkste Ausführung wird dann extrem sportliche 487 PS aus dem Elektromotor herausholen. Diese Power-Variante wird dann mit Allradantrieb ausgeliefert, während das aktuelle Modell mit Heckantrieb auskommt. Das macht aber nichts, Teslas Nummer 3 fährt sich dynamisch-kommod und ist dabei natürlich sehr leise – auch beim Top Speed von 225 km/h.

Ein Tesla zieht was weg

Die Batterie hält, was sie verspricht

Die Kapazität der Long-Range-Batterie beträgt 80,5 Kilowattstunden. Laut Hersteller kommt man mit einer Ladung 500 Kilometer weit. Tatsächlich stimmt die Angabe, auch, wenn sie natürlich vom Gewicht der Zuladung und dem Fahrverhalten abhängig ist. Die Batterie, auf die Tesla acht Jahre oder bis zu einer Laufleistung von stolzen 160.000 Kilometern Garantie gewährt, ist tatsächlich extrem haltbar. Erfahrungswerte von Tesla-Fahrern belegen, dass sich die Kapazität pro Jahr nur um ein Prozent verringert. Wenn man das Model 3 in Kürze mit einer Anhängerkupplung versieht und es als Zugfahrzeug nutzt, dann verringert sich die Reichweite natürlich spürbar. Allerdings ist das selbst bei langen Reisen kein Problem, denn Tesla baut vor.

Supercharger – die Tesla-Tankstelle

Man kann den Tesla tatsächlich auch einfach an eine Steckdose hängen. In einer Stunde wird dann eine Reichweite von 60 Kilometern generiert. Das ist natürlich nicht besonders praktisch, das weiß der Fahrer eines Elektroautos aber auch. Es gibt andere Ladesysteme, etwa ökologisch über das Solar Roof. Und eine spezielle Tankstellenkette von Tesla. Man stelle sich vor, Mercedes oder VW hätten eigene Tankstellen. Eine Schnapsidee? Bei Volkswagen hatte man zu Heinrich Nordhoffs Zeiten die Idee schon mal. Aber Tesla setzt sie konsequent um. Die Supercharger genannten, luxuriösen Aufladestationen gibt es in West- und Südeuropa praktisch überall – auch in Deutschland. Das Netz ist auf Autobahnen beschränkt und ziemlich flächendeckend: 59 Supercharger gibt es bereits, 11 weitere sind derzeit in Bau oder Planung. Damit kommt man ohne Ärger garantiert an jedes Ziel. In einer halben Stunde wird Strom für eine Reichweite von 275 Kilometern geladen, in nicht einmal einer Stunde wäre die Batterie also rappelvoll. Es versteht sich, dass man während des Ladevorgangs einen Imbiss zu sich nehmen kann, man soll ja auf langer Fahrt auch mal eine Pause einlegen.

Supercharger – so geht Aufladen heute

Das Display als Zentraleinheit

Ja, andere Hersteller arbeiten auch erfolgreich an der Vernetzung von Information und Unterhaltung im Auto. Speziell die Systeme von Audi und Opel haben sich sehr gut bewährt. Aber hinter dem 15-Zoll-Display des Model 3 verbirgt sich mehr, es ist auch die zentrale Steuereinheit:  Alle Informationen zum Zustand des Wagens werden darüber angezeigt. Da man immer online ist, stellt Tesla nicht nur eine sehr gelungene Navigation zur Verfügung. Man wird auch direkt zum passenden Supercharger geführt. Das bewährt sich speziell bei Stau, wenn man beispielsweise eine Umgehungsstrecke nutzen muss. Man erreicht auf jeden Fall immer eine Tesla-Ladestation. Der Umgang mit dem Touchscreen ist sehr intuitiv, das Gerät verlangt – analog zu iPhone/iPad oder Android-Gadgets – regelmäßig nach einem Softwareupdate.

Das Display weiß wirklich alles

Weitere Ausstattungsmerkmale

Das Model 3 ist umfassend ausgestattet. So ermöglichen acht Kameras, ein Radar und zwölf Ultraschallsensoren, dass serienmäßig Notbremsautomatik, Frontaufprallwarnung, Seitenkollisionswarnung und Fernlichtautomatik an Bord sind. Auch das herrliche, getönte Glasdach ist immer dabei. Die Vordersitze sind 12-fach verstellbar, bequemer geht es kaum, und es lassen sich sogar via Dockingstation sogar zwei Handys gleichzeitig aufladen. Im Tesla Model 3 finden fünf Erwachsene Platz. Zwei kleinere Kinder können tatsächlich – im Kofferraum gegen die Fahrtrichtung sitzend – mitgenommen werden. Das erinnert irgendwie an Donald Duck und macht bestimmt auf langen Reisen keinen Spaß.

 

 

Bildnachweis
  • Tesla Presse
  • Rameder

Kommentare zu "Tesla Model 3 – die obere Mittelklasse ist unter Strom"

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden. Schreiben Sie den ersten!
  • Wie ist Ihre Meinung zum Artikel "Tesla Model 3 – die obere Mittelklasse ist unter Strom"?

    Jeder Beitrag wird von Hand freigeschaltet. Mit dem Absenden Ihres Kommentars willigen Sie ein, dass der angegebene Name im Zusammenhang mit Ihrem Kommentar und ggf. Ihrer Website gespeichert wird.

    Nach oben