Truckerfilme – mehr Transport geht nicht

Manfred Prescher 3474 0
Wir haben alle ein Laster, oder – besser einen: Denn Filme mit Trucks und harten Fahrern sind beliebt. Das Rameder-Movie-Team hat zehn Streifen herausgesucht. Quasi außer Konkurrenz, weil nur im Pantoffelkino gesendet worden: „Auf Achse“ – zur Zeit laufen die Folgen um den von Manfred Krug genial gespielten Lastwagenfahrer Franz Meersdonk beim SWR.

Die Tipps von Rameder:

Platz 10: Duell (USA, 1971)

Das ist der älteste noch erhaltene Film von Steven Spielberg – und der hat es in sich. Atmosphärisch dicht und doch sehr spartanisch inszeniert der Regisseur eine sinnlose Jagd: Beklemmend, wie der rostig braune Tanklaster hinter dem PKW des Handlungsreisenden David Mann her donnert. Ein Grund für die mörderische Hatz ist nicht erkennbar – und das macht „Duell“ tatsächlich auf fiese Weise realistisch.

Platz 9: Nachts auf den Straßen (D, 1952)

Hans Albers spielt den LKW-Fahrer Heinrich Schlüter, der auf der nächtlichen Autobahn als erster an einer Unfallstelle vorbeikommt. Bei einem Toten findet er einen Umschlag mit 20.000 Mark, die er eigentlich zurückgeben will. Aber die Polizei vermutet, dass das Geld beim Komplizen des Verstorbenen ist – und so behält Schlüter die Scheine für sich. Und da kommt die junge Anhalterin Inge Hoffmann (Hildegard Knef) ins Spiel. Der alte Trucker verliebt sich in die junge Frau, aber er entdeckt ihr Doppelleben. Dieser Film ist ebenso fesselnd wie düster.

Platz 8: Rhea M.  – Es begann ohne Warnung (USA, 1986)

Was für ein durchgeknalltes B-Movie: Ein wildgewordener, führerloser LKW-Konvoi umkreist eine die Raststätte, in der eine Gruppe von Menschen eingeschlossen ist. Als die Erde in den riesigen Schweif des Kometen „Rhea M.“ gerät, übernehmen die Maschinen die Kontrolle, was dann doch nicht so abwegig erscheint. Auf jeden Fall fahren die LKWs quasi von alleine und die Trucker schauen angstvoll zu. Die Musik dazu ist bekannt – sie stammt passenderweise von AC/DC.

Platz 7: Didi auf vollem Touren (D/F, 1986)

Didi ist Lagerarbeiter in der Spedition Grueter und will endlich selber einen Lastwagen steuern. Die Fahrprüfung, die der von Dieter Hallervorden gespielte Didi zu Beginn ablegen muss, ist schon irre komisch: Der Prüfer schaut lieber im Fernsehen ein Fußballspiel – und Didi hält die Kommentare zum Match für Anweisungen an ihn. Auch gut ist, wie Didi zum Schluss mit dem Laster auf das Schiff der Giftmüll-Mafia „fliegt“.

Platz 6: Joyride – Spritztour (USA, 2001)

Tödlicher Studentenulk: Lewis Thomas und sein Bruder Fuller veralbern den Trucker Rusty Nail via CB-Funk: Die machen ihm weis, dass im Motel eine schöne Frau auf ihn wartet. Leider befindet sich im angegeben Zimmer ein rassistischer Vertreter. Kurz darauf wird den Brüdern mitgeteilt, dass sich der Handlungsreisende übel zugerichtet im Koma befindet – er wurde von einem Truck über den Highway geschleift…

Platz 5: Nachts unterwegs (USA, 1940)

Ein Film-Noir-Klassiker mit Humphrey Bogart: Erzählt wird die Geschichte Joe und Paul Fabiani. Gespielt werden die Männer von George Raft (Joe) und Bogey (Paul).  Just in der Nacht, in der die letzte Rate für den Laster abbezahlt ist, baut der übermüdete Paul einen Unfall – und das Unheil nimmt unweigerlich seinen Lauf.  Ein Ränkespiel um Liebe, Leid, Mord und düstere Geheimnisse beginnt.

Platz 4: Ein ausgekochtes Schlitzohr (USA, 1977)

Der Film mit Burt Reynolds als Bo „Bandit“ Darville kostete nur 4,3 Millionen Dollar in der Herstellung und spielte allein im Debütjahr 300 Millionen Dollar ein. Das ist kein Wunder, denn die Actionkomödie ist ziemlich krass. Darville versucht mit seinem TransAm die Polizei von der Verfolgung seines Freundes Cledus „Schneemann“ Snow  und dessen Kenworth-W900-Truck abzuhalten. Der will nämlich 400 Kisten Koors-Bier von Texas nach Georgia schmuggeln. Dieser erste Film mit dem Schlitzohr ist mit Abstand der Beste der Reihe.

Platz 3: Straßensperre (F, 1955)

Die beiden französischen Filmstars Jean Gabin und Jeanne Moreau spielen die Hauptrollen in diesem gelungenen, ebenso traurigen wie spannenden Film noir: Dunkel ist es und es gießt wie aus Eimern als der von Gabin genial gespielte Fernfahrer Jean Chape merkt, dass er etwas überfahren hat. Als er nachschaut, findet er einen toten Mann, und obwohl sich herausstellt, dass er schon tot auf der einsamen Straße gelegen hat, wird er verfolgt – von den Komplizen des Überfahrenen. Die Männer glauben, dass der Trucker die von ergaunerte Beute mitgenommen hat.

Platz 2: Theo gegen den Rest der Welt (D, 1980)

Die coole Musik stammt vom leider früh verstorbenen und vergessenen Lothar Meid – sie passt zur Geschichte des Truckers Theo Gromberg aus Herne. Theo, gespielt vom jungen Marius Müller Westernhagen hat endlich eine eigene kleine Spedition nebst eines Volvo-Lasters. Um die letzte Rate zu bezahlen, lässt er sich auf eine illegale Tour ein. Als ihm der LKW während einer Pinkelpause geklaut wird, hetzt er den Dieben im Fiat 500 der süßen Ines hinterher. Der Winzwagen hat allerhand zu tun. Die Sprüche von Theo sind Kult, so schläft der Jungspediteur bekanntermaßen immer nur am Monatsende.

Platz 1: Convoy (USA, 1978)

Der Film basiert auf dem gleichnamigen, 1976er Country-Song von C.W. McCall – und der wird hier auch eingesetzt: In Sam Peckinpahs Kultstreifen geht es ebenfalls um Solidarität, Gemeinschaft und Unterstützung. Als die Trucker Rubber Duck (Kris Kristofferson), Pig Pen und Spider Mike von Sherriff „Dirty Lyle“ Wallace (Ernest Borgnine) dazu verleitet werden, zu schnell zu fahren, geraten sie in die Fänge des Gesetzeshüters. Da sie nun straffällig geworden sind, sich aber ungerecht behandelt fühlen, wollen sie fliehen. Das gelingt schließlich in einem gigantischen Konvoi, der per CB-Funk zusammengerufen wird. Dabei wird so manches Gesetz übertreten. Ziemlich erotisch ist übrigens, wie sich die taffe, von Ali MacGraw  gespielte Melissa neben Rubber Ducks Truck aus dem Jaguar E-Type schält.

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