Was soll denn das heißen? – komische Autonamen VII

Manfred Prescher 1237 0
Das nichts unmöglich ist, weiß die Autoindustrie schon lang – und beherzigt das Motto auch bei der Namensfindung. Das Rameder-Team stellt ein paar komisch klingende Modellbezeichnungen vor.

Komische Autonamen: ID4 – man wird ja wohl noch eine Idee haben dürfen

Schon komisch, oder? Dass Ideen ein kostbares Gut sind – vor allem, wenn es gute Ideen sind – das ist klar. Aber dass ein immerhin auf den Trümmern falscher Versprechen unweit von Fallersleben gegründeter Volkswagenkonzern bis heute – also in auch schon über 70 Jahren – nur vier Ideen gehabt haben soll, ist kaum zu glauben. Die Bezeichnung des Elektro-SUV, das irgendwo in der Nähe des Tiguan angesiedelt ist, deutet jedenfalls eine gewisse Ideenlosigkeit an. Gut, in der Anfangszeit war ein sprudelnder Quell an Innovationen auch nicht nötig: Damals hatte man das Krabbeltier und verbesserte es sukzessive immer weiter. Den Vorschlag, aus dem Käfer einen Transporter oder ein schmuckes Coupé/Cabrio zu machen, erarbeitete beispielsweise ein holländischer VW-Händler beziehungsweise die Firma Karmann in Osnabrück. Man muss Ideen also nicht zwangsläufig selbst in der Denkmurmel herumtragen. Namensvorschlag für ein neues Modell: VW OW5

Die Tarraco-Armee? So alt ist das SUV von SEAT doch gar nicht

Als die Chinesen ihre Terrakottaarmee modellierten, erlebte noch nicht mal das Römische Reich seine Blütezeit. Was das mit dem dritten SUV der Marke SEAT zu tun hat? Bevor Ihnen das hier, liebe Leserinnen und Leser, gar zu Spanisch vorkommt, sei erklärt: Der Name Tarraco geht tatsächlich auf eine römische Provinz in Katalonien zurück: Tarraconensis bezeichnet also weder Grabbeigaben aus Ton oder gar eine Dinosauriergattung, sondern ein Gebiet, dass den Norden und den Osten Spaniens und Nordportugals bis zum Douro umfasst. Das SUV ist zwar eng mit dem VW Tiguan Allspace verwandt, aber so groß ist das Auto nun doch nicht. So alt freilich auch nicht. Man kann es bedenkenlos kaufen, denn nur der Name ist nicht taufrisch. Namensvorschlag für ein neues Modell: SEAT Ulterior

Der Endgegner: Hyundai Kona Elektro

Nicht erst seit der tatsächlich eine Zeit lang verfügbaren „Iron Man Edition“ des koreanischen SUV denkt man an einen Superhelden – erst recht, wenn der Kona auch noch den Zusatz „Elektro“ im Namen trägt: Kona Elektro klingt nach einem Unhold aus einem Spiderman-Comic oder dem Endgegner in einer Edition von Sonic The Hedgehog: Ein Stromschläge verteilender Unhold treibt sein Unwesen und bringt noch jeden Hero zum Vibrieren – besonders, wenn die Arbeitsmontur wie eben beim Iron Man die Blitze eher anzieht. Man muss sich aber nicht sorgen: Trotz des Namens verfügt das Auto über einen funktionsfähigen faradayschen Käfig, denn natürlich bezieht sich der Zusatz nur auf den Antrieb. Vor Gewittern ist man geschützt, man muss höchstens aufpassen, dass man mangels Batterieladung nicht im Regen stehen bleibt. Laut Hersteller kommt man mit einem vollen Akku aber bis zu 1.000 Kilometer weit. Namensvorschlag für ein neues Modell: Hyundai Kanu Mystrio

Velar: Rachen Raum oder Range Rover?

„Die spinnen, die Briten!“ Das wusste bekanntlich schon Obelix. Und wahrscheinlich gilt der Satz auch dann noch, wenn Briten für einen indischen Konzern arbeiten – denn Range Rover gehört seit ein paar Jahren zu Tata Motors. Es ist, ganz nebenbei, so, dass sich die ehemalige Kolonie ein Stück Industrie der ehemaligen Besatzungsmacht einverleibt. Wenn das Ghandi wüsste, dann würde er vermutlich selig lächeln. Aber im Ernst: Das ist alles kein Grund, ein SUV nach einem Begriff aus der Phonetik zu benennen, wo es doch im Reich von Elsbeth der Zweiten immer schon auch einfache Bezeichnungen wie „Mark X“, „Series III“ oder „TR5“ gab. Nein, man muss nicht, aber man kann: Velar ist nämlich „die Bezeichnung für einen Laut, der gebildet wird, indem der hintere Zungenrücken am Gaumensegel, dem Velum palatinum, einen vollständigen Verschluss bildet“, sagt Wikipedia. Klingt komisch? Ist aber so. Im Deutschen wären das beispielsweise „g“, „k“ oder „ck“ – was als Name für ein Auto kaum weniger bescheuert wäre. Namensvorschlag für ein neues Modell: Range Rover Nasal

Ein Feuer brennt gar nicht so heiß – Suzuki Ignis

Was waren das noch für Zeiten, als Suzuki seine Modelle noch beispielsweise T500L nannte? Man schrieb die 1970er Jahre – und die T500L war ein nettes Zweizylinder-Motorrad und – logisch, bei dem Namen – einem halben Liter Hubraum. Kurz darauf kam ein kleines, cooles Geländewägelchen namens Samurai, was doch auch ein schöner Name für ein japanisches Autochen ist. Man hätte getrost so weiter machen können: Suzuki Yakuza oder auch Suzuki Ronin würden passen, genau wie „Buke“, also die ursprüngliche Bezeichnung für Samurai. Aber Ignis? Das Wort kommt aus dem Lateinischen und hat also überhaupt keinen Bezug zum Land der aufgehenden Sonne. Es bedeutet „Feuer“ und ganz abgesehen davon, dass Suzukis Ignis nun eher brav und eben nicht feurig aussieht oder fährt, gibt es in Japan sogar ein schönes Schriftzeichen für Feuer: 火. Warum nimmt man es nicht einfach? Man könnte es als kaligraphische Abziehfolie oder auch als Smiley unter die Leute bringen. Aber nein, das Auto muss Ignis heißen. Nicht Ignaz und auch nicht Iltis. Namensvorschlag für ein neues Modell: Suzuki Stagnum

Fazit: Eine AHK? Nichts ist unmöglich

Für fast alle der genannten Fahrzeuge hat Marktführer Rameder mindestens eine Anhängerkupplung im Sortiment: Fahrer von Ignis, Velar, Tarraco und Kona (ohne Elektro) kommen schon jetzt in den Genuss der praktischen Vorrichtung. Wer einen Kona Elektro oder einen ID4 ordert, muss noch etwas warten…

Bildnachweis
  • VW Presse
  • SEAT Presse
  • Hyundai Presse
  • Range Rover Press
  • Suzuki Presse

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