Wintersicherheit – so fährt man richtig

Manfred Prescher 1122 0
Um eines vorweg zu nehmen: In Deutschland gibt es eine „situative Winterreifenpflicht“. Die Pneus müssen also drauf sein, wenn die Straßen schnee- oder eisbedeckt sind. Da man sich nicht einfach ins Schneegestöber stellt um Reifen aufzuziehen, sollte man jetzt bereits umgerüstet haben. Was man in puncto Wintersicherheit sonst noch beachten sollte, erklären die Rameder-Experten.

1. Was bringt der Allradantrieb in puncto Wintersicherheit?

Auf jeden Fall sorgt der Allradantrieb für eine deutlich bessere Traktion, was besonders bei schneebedeckter Fahrbahn ein Sicherheitsplus gegenüber Front- oder Heckantrieb darstellt. Aber: Auch ein Allradauto kann auf schnee- oder eisbedeckter Straße rutschen. Und: Beim Verzögern bremsen bei jedem modernen Fahrzeug alle vier Reifen ab – und man gerät ins Rutschen oder Schleudern.

2. Anfahren auf Schnee

Am besten fährt man mit viel Gefühl an. Besonders geeignet ist der zweite Gang, weil der sich besser dosieren lässt. Außerdem sollte man rasch in den dritten Gang schalten um höhere Drehzahlen und durchdrehende Reifen zu vermeiden. Viele Automatikgetriebe verfügen über feste Fahrstufen, die eigentlich die Motorbremse im Anhängerbetrieb aktivieren. Damit lässt sich auch kommod auf Schnee anfahren.

3. Hilfe, ich stecke fest

Wenn man im Schnee feststeckt, kommt man am besten mit der „Schaukelmethode“ aus der weißen Pracht heraus: Man fährt sachte im Vorwärtsgang an, bis die Räder durchdrehen. Dann wird ausgekuppelt und Rückwärts gefahren. Diese Prozedur wiederholt man vorsichtig und Kupplungsschonend, bis man richtig anfahren kann. Das Streuen von Sand oder Katzenstreu rund um die Antriebsachse hilft ebenfalls. Auf den Einsatz von Decken oder Matten sollte man verzichten – diese verfangen sich in den Radläufen.

4. Bremsen auf rutschigem Terrain

Am besten bremst man gar nicht – oder so wenig, wie nötig. Man fährt vorrausschauend und so verzögert man auch. Man fährt möglichst langsam und hält ausreichenden Abstand zu anderen Verkehrsteilnehmern. Im Vergleich zu trockenen Straßenverhältnissen sollte der Abstand mindestens dreimal größer sein. Dann kann man auch mit dem Bremspedal vorsichtig umgehen und vermeidet, dass sich die Räder durchdrehen.

5. Der Hang zum Rutschigen

Wenn das Auto über den Schleuderschutz ESP verfügt, sollte man diesen deaktivieren. Der Grund: Die durchdrehenden Räder werden automatisch abgebremst und das Auto fängt unkontrolliert zu rutschen oder auszubrechen an. Danach gibt man vorsichtig und möglichst wenig Gas und hält Abstand zu parkenden Autos oder Hindernissen. Wenn gar nichts mehr geht, hilft es auch, das Gewicht im Auto in die Nähe der Antriebsachse umzuverteilen. Beim Heckantrieb schadet es nicht, in Mafia-Manier den Beifahrer vorübergehend in den Kofferraum zu verfrachten. Hat man den Hang bezwungen, wird das ESP wieder aktiviert.

6. Was kratzt mich das Eis?

Wer nur ein Guckloch freikratzt, riskiert ein Bußgeld. Auch aus Sicherheitsgründen ist es ratsam, dafür zu sorgen, dass alle Scheiben des Fahrzeugs völlig eisfrei werden. Man sollte aber kein heißes Wasser über gefrorenes Glas schütten, denn das würde zwar das Eis zum Schmelzen bringen, aber – wegen des Temperaturunterschiedes – eventuell auch das Glas zum Platzen. Mit dem Kratzer sollte man vorsichtig umgehen, selbst die besten Produkte können sonst Kratzer und Macken im Glas verursachen. Wenn es nicht allzu frostig ist, kann man eine Wärmflasche auf dem Armaturenbrett deponieren. Folie oder Karton unter den Wischern helfen ebenfalls.

Fazit:

Der Winter stellt eine besondere Herausforderung für Auto und Fahrer dar. In besonderen Situationen, zum Beispiel, wenn es in alpiner Lage durch Schnee und Eis steil nach oben geht, kommt man ohne Schneeketten nicht aus. In Kürze zeigen wir im Rameder Magazin, welche Schneeketten es gibt und wie man sie montiert.

 

Bildnachweis
  • Skoda Community
  • Pixabay

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