Urlaubsland Baden-Württemberg – Binnenmeer, Hightech und viel Natur

Manfred Prescher 437 0
In einer losen Reihe stellt das Rameder-Team die deutschen Bundesländer vor. Im zweiten Teil reisen wir in den Westen Deutschlands – ins vielfältige Ländle, nach Baden-Württemberg.

Baden-Württemberg – Urlaub und Corona

Auch, wenn allmählich wieder so etwas wie Neutralität einkehrt, ist es ratsam, sich vor Reiseantritt über den Stand der Corona-Bedingungen im Ländle zu informieren. Das Stuttgarter Ministerium für Soziales, Gesundheit und Migration, sowie die Behörden in den neun Stadtkreisen oder den 35 Landkreisen informieren tagesaktuell über die jeweiligen Bedingungen.

Die Neckar-Alb bei Bad Urach – eine herrliche Oase

Über Baden-Württemberg – fast alles geht

„Was geht, ich frag dich ganz konkret“, heißt es bei den Stuttgarter Lokalhelden Die Fantastischen Vier. Die Antwort lautet: Alles, außer Hochdeutsch. Denn das kann der Schwabe bekanntlich genauso wenig wie der Badenser. Ansonsten ist das drittgrößte Bundesland eine der führenden Wirtschaftsregionen Europas, bietet aber auch jede Menge lebenswertes in herrlich-unterschiedlichen Landschaften. Schwaben und Badenser sind sich nicht immer grün, vor allem, wenn im Fußball Begegnungen zwischen VfB Stuttgart und dem Karlsruher SC anstehen. Außerhalb dieser Derbys sind die Menschen in Baden-Württemberg freundlich und immer für ein „Feschdle“ zu haben. Berühmt sind die Weinfeste, die in Schwaben „Hocketse“ heißen. Warum? Weil der Rebensaft aus dem Bundesland generell und aus jeder Lage lecker schmeckt – und man einfach gern zusammenhockt. Dabei plaudert man schon auch mal über die Ergebnisse der Profivereine im Sport: Im Fußball sind es sieben Klubs, in der ersten Handballbundesliga und beim Basketball der Herren aktuell drei.

In Ulm, um Ulm und dann ab ins Westallgäu

Baden-Württemberg grenzt an die Schweiz, Frankreich, an Hessen und Rheinland-Pfalz – sowie im Osten an den Freistaat Bayern. Hinter der weißblauen Seite der Grenze wohnen allerdings ebenfalls Schwaben. Am deutlichsten merkt man das in der Doppelstadt Ulm/Neu Ulm. Wer sich den beiden Städten nähert, sieht von Autobahn oder Bundesstraße aus schon von weitem das berühmte Münster. Das ist kein Wunder, denn das gotische Gotteshaus präsentiert den höchsten Kirchturm der Welt: Der ragt mit stolzen 161,53 Metern in den Himmel. Ulm ist schnuckelig, Neu-Ulm bietet einen durchaus sehenswerten, modernen Kontrast dazu – und einen sehenswerten Reptilienzoo. Ba-Wü und Bayern sind auch im Allgäu miteinander verbunden. Der östliche Teil, unter anderem mit dem Oberallgäu, den Königsschlössern und Kempten ist bayrisch, das Westallgäu gehört zum Ländle. Liebliche Landschaften und schroffe Naturschauspiele, etwa die Scheidegger Wasserfälle und nette Städtchen wie Wangen laden dort zum Besuch ein. In Wangen sollte man unbedingt den Fidelisbäck aufsuchen. Dessen Geschichte lässt sich bis 1505 zurückverfolgen, das Angebot ist natürlich frisch und sehr köstlich. Nach dem Gang durch die malerische Altstadt kann man auch zum nahen Bodensee weiterfahren.

Der Bodensee – Meer geht nicht

Die maximale Länge des Bodensees beträgt 63 Kilometer, der Umfang 273 Kilometer. An der tiefsten Stelle geht es rund 251 Meter hinunter, im Mittel ist das Gewässer immerhin 90 Meter tief. Am Bodensee kann man lange Urlaube verbringen, denn die Orte und Landschaften sind unterschiedlich: Da ist die herrlich bunte Blumenwelt der Insel Mainau, da sind die Steinzeit-Pfahlbauten in Unteruhldingen oder die Stadt Friedrichshafen mit dem Zeppelin-Museum. Das malerische Städtchen Meersburg steht für Romantik und himmlische Ausblicke. Wer Zeit hat, kann zum Rheinfall ins schweizerische Schaffhausen fahren oder bei Bodman-Ludwigshafen das Naturschutzgebiet Aachried erwandern. Als Städtetrip empfiehlt sich das junge Konstanz mit seiner hübschen Fußgängerzone Niederburg. Ach, und auch St. Gallen, Bregenz und Lindau liegen am Bodensee, gehören aber nicht zu BaWü.

Vom See hinein ins Land

Vom Bodensee aus nordwärts zu fahren, lohnt sich – und das nicht nur, weil man unterwegs noch lange auf das Wasser blicken kann. Das südliche Oberschwaben bietet hügelige Landschaften und zum Beispiel den Affenberg in Salem. Dort leben, einmalig in Europa, Berberaffen frei in der Natur. Die Tiere fressen einem aus der Hand, was sie aber eher nicht sollen. Manchmal sind sie aber einfach kecker und schneller als der Mensch. In Ravensburg ist Ravensburger Spiele beheimatet. Die Stadt selbst ist schon wegen ihrer Kneipenkultur einen Besuch wert, das Spieleland des Unternehmens befindet sich aber außerhalb – in Meckenbeuren. Und das liegt genau zwischen der Firmenzentrale und dem Bodensee. Wer die Gegend erkunden will, sollte auch Richtung Donau fahren: Am südlichen Rand der Schwäbischen Alb befindet sich die Stadt Sigmaringen mit dem Hohenzollernschloss aus dem 17. Jahrhundert. Die Anlage geht zurück auf eine mittelalterliche Burg und birgt auch ein Waffenmuseum und eine vor- und frühgeschichtliche Sammlung.

Autoland Baden-Württemberg – von Erfindern und ihren „Kisten“

In Baden-Württemberg wurde das Auto erfunden, hier wurden Gottlieb Daimler (in Schorndorf), Carl Benz (in Mühlburg bei Karlsruhe) oder auch Wilhelm Maybach (in Heilbronn) geboren. Wer sich auf die Reise in die Geschichte der Mobilität begibt, hat im Ländle eine Riesenauswahl an interessanten Orten – denn rund 40 große und kleine Ausstellungen warten mit ihren Preziosen auf. In der Hauptstadt Stuttgart, wo Daimler-Benz und Porsche ihren Sitz haben, sind beide Hersteller mit ihren Museen vertreten. Der „gute Stern auf allen Straßen“ präsentiert den jeweiligen Zeitgeist und die Entwicklungen auf 16.500 Quadratmetern mit tausenden von Exponaten, inklusive 160 Fahrzeugen. Darunter auch der legendäre C111. Am Porscheplatz 1 hat die Zuffenhausener Sportwagenschmiede ihren „Geschichtstempel“ errichtet. Hier erfährt man alles über Ferdinand Porsche, über den 356 und den 911, aber auch über die „rosa Sau“. In der Römerstadt Ladenburg starb Carl Friedrich Benz. Der Entwickler des ersten straßentauglichen Automobils hat dort sein „Denkmal“ bekommen: Das herrliche Privatmuseum Winfried A. Seidel wurde in den alten Fabrikanlagen von Benz eingerichtet und zeigt hauptsächlich Fahrzeuge der Marken Benz, C. Benz Söhne und Mercedes-Benz.

Kraichgau und Rheinpfalz – Hügel, Städte, Motorsport

Vor rund 65 Millionen Jahren entstand zwischen Odenwald und Schwarzwald eine tiefe Mulde – der Kraichgau. Heute kann man die Gegend gut erwandern, sich aber auch anderen Dingen hingeben: In Sinsheim steht das moderne Stadion des Bundesligisten TSG Hoffenheim und dort ist auch – als Filiale des Technik Museum Speyer – das Museum Sinsheim beheimatet. Hier gibt’s neben Automobilen unter anderem auch eine chinesische Lokomotive, ein Space Shuttle und eine Concorde zu bestaunen. Nur wenige Kilometer weiter nördlich wartet der Hockenheimring auf Motorsportfans und Hobbyrennfahrer. Touristen aus aller Welt besuchen die malerische Großstadt Heidelberg, wo man bekanntlich leicht auch sein Herz verlieren kann. Aber es lohnt auch, nach Schwetzingen und ins nahe Mannheim fahren – und das nicht nur wegen des ungewöhnlichen Grundrisses des Zentrums der zweitgrößten Stadt Baden-Württembergs. Ein Spaziergang durch den Luisengarten verwöhnt die Sinne – erst recht, wenn man im Chinesischen Teehaus zur Ruhe kommt. Man blickt auf einen Garten, der den Anlagen im Reich der Mitte nachempfunden wurde. Übrigens: 2023 soll dieses fernöstliche Kleinod neu angelegt werden.

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