Aller Anfang ist anders – Historische Entwicklung von Rameder – Teil I

Jens Waldmann 6371 0
Ei oder Huhn? Diese Frage stellt sich die Menschheit immer wieder aufs Neue. Wilde Theorien dazu machen die Internetgemeinde regelmäßig nervös und noch wildere Spekulationen treiben mit unter seltsame Früchte. Die Frage lässt sich nun mal nicht endgültig beantworten. Auch, wenn es um die Geschichte von Rameder geht, ist es schwer, die Anfänge exakt zu beschreiben, die Frage muss hier „Anhängerkupplung oder Unternehmen?“ lauten. Sicher, der praktische Haken mit dem Kugelkopf wurde bereits 1934 patentiert, aber wie kam er nun zu Rameder? Dazu müssen wir auf Spurensuche nach Bayern.

Aller Anfang ist anders

Ulrich Rameder, ein findiger Wäschereimeister aus Hausen in Bayern hatte Anfang der 1990er Jahre eine Idee, wie er sich und seine, immerhin sechsköpfige Familie, besser durchs Leben bringen könnte. Großer Garten, eine Garage mit Hebebühne und Werkzeug – was lag also näher, als gebrauchte Autos zu verkaufen? Die Nachfrage aus dem ehemaligen Jugoslawien war groß und so entwickelte sich rasch ein florierender Handel nach Südosteuropa.

Einziger Haken war der Haken: Den wollte in Jugoslawien keiner an seinem Fahrzeug. Also die Anhängerkupplungen abgebaut und in der Doppelgarage und im Freien aufgetürmt. Kaum war der Handel also in vollem Gange wurde ihm, mit Ausbruch des Jugoslawien- Krieges, ein jähes Ende bereitet. Nun ließen sich keine Autos mehr in diese Region verkaufen und alle Lagerplätze waren zwangsläufig mit den abmontierten Anhängerkupplungen, übersäht. Doch dieses Altmetall sollte die wahre Zukunft des Unternehmens sein.

Der Schrott muss fort

1994 war der Schrottpreis im Keller und ein Gewinn vom Verkauf der gebrauchten Anhängerkupplungen eher gering einzuschätzen. So entschloss sich Ulrich Rameder das „Alteisen“ aufzuarbeiten und an private Interessenten in der Umgebung zu verkaufen. Kleine Annoncen in regionalen Zeitungen kurbelten das Geschäft an und schon bald waren Garage und andere Lagerplätze leergefegt. Und es kam wie es kommen musste – immer wieder riefen Interessenten an und wollten Anhängerkupplungen kaufen. So wurden kurzerhand Restposten von Schrotthändlern übernommen, aufgearbeitet und verkauft und erste Kontakte zu Herstellern geknüpft.

Immer noch kein Platz für Autos in der Garage

Nach kurzer Zeit klopften die ersten Werkstätten an Rameders Tür und wollten die begehrten Anhängerkupplungen direkt von ihm bestellen. Innerhalb kurzer Zeit war die Garage wieder belegt und auch Haus und Keller mussten als Lager herhalten um der Nachfrage Herr zu werden. Selbst das im nahegelegenen Großmuß angemietete Lager war schon nach kurzer Zeit gefüllt. Allein war diese Aufgabe nun auch nicht mehr zu bewältigen, so dass nach und nach die gesamte Familie am Geschäft beteiligt war. Und die bewies schon damals Weitblick: War 1995 nur wenig vom World Wide Web die Rede, so war man sich im Familienrat doch einig und reservierte zukunftsweisend die Domain www.kupplung.de.

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was entwickeln

Die Kapazitätsgrenze in den heimischen Gefilden war erreicht und auch die damals langen Versandzeiten ans andere Ende der Republik riefen nach Veränderung: Ein zentraler Standort in Mitteldeutschland musste gefunden werden.

Ein Urlaub im Thüringer Wald sollte dann das weitere Schicksal der Firma und auch der Familie nachhaltig prägen. Denn angetan von der tollen Landschaft, erkundigte sich Ulrich Rameder nach einer möglichen Immobilie für die Erweiterung seines Unternehmens. Und wie der Zufall es wollte wurde ihm eine großzügige Halle – eine ehemalige Pilzzucht-Anlage – in mitten der schönen Gegend – angeboten. Noch heute befindet sich das Unternehmen an diesem Standort im Ortsteil Munschwitz, der zur Einheitsgemeinde Leutenberg gehört.

Hier geht es zum zweiten Teil der Historie <mehr erfahren>

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