Pannenhilfe – wenn das Auto Probleme macht

Manfred Prescher 3025 0
Man kennt das ja: Als Schüler wollte man nicht Sitzenbleiben, in der „alten“ Klasse verweilen. Der mobile Mensch hasst es, wenn er im Stau steht oder das Fahrzeug schlappmacht. Denn erstens ist das mit Unannehmlichkeiten verbunden und zweitens ist Stillstand schlecht. „Time is Money“ sagt schließlich der Engländer treffen – und unsere Zeitpläne sind eng getaktet. Gut, dass moderne Autos recht zuverlässig sind. Aber was tun, wenn es doch zu einer Panne kommt? Oder wenn das Gefährt nicht so will, wie es soll?

Moderne Autos sind zuverlässig, wenn sie richtig gepflegt und gewartet werden.

 

Unbedingt die Gefahrenstelle absichern

Egal, ob bei einem Unfall oder bei einem Problem mit dem Auto – zunächst muss man sich und das Fahrzeug absichern. Denn ungesichert entwickelt sich die Panne schnell zur Gefahrensituation für sich selbst, die Mitfahrer und andere Verkehrsteilnehmer. Auf Autobahnen empfiehlt es sich, das Warndreieck in 150 Meter Entfernung zu postieren, auf Landstraßen sollten es 100 Meter Abstand zur Pannenstelle sein. Bei Kurven oder anderen schwer einsehbaren Straßen ist es sinnvoll, ein zweites Warndreieck aufzustellen. Übrigens: Der Verzicht auf das Dreieck ist nicht nur riskant, er kostet auch 30 Euro Bußgeld. Auch Warnwesten sind in Deutschland Pflicht. Sie nicht mitzuführen, wird mit einem Bußgeld von 15 Euro geahndet. Trägt man sie nicht, kann man den Versicherungsschutz verlieren. Auf jeden Fall ist man aber durch das Tragen der Warnweste von Weitem gut sichtbar und schützt so Leib und Leben. Weitere nützliche und schützende Pannenhilfen findet man im Webshop Kupplung.de.

In puncto Sicherheit ist jedes Detail wichtig

Warndreieck, Warnweste und Verbandsmaterial müssen immer an Bord sein

 

Hilfe, das Kühlwasser kocht

Gerade bei älteren Fahrzeugen kommt das öfter vor – das Kühlwasser kocht. Auf Bergstraßen wird der Motor überlastet. Hier hilft es, das Fahrzeug abzustellen und abkühlen zu lassen. Mögliche Verursacher sind die Verschlussdeckel von Kühler und Wasservorratsbehälter. Die lassen sich rasch ersetzen. Ist die Peripherie der Kühlanlage defekt, hilft möglicherweise Entkalken. Das funktioniert ähnlich wie beim Kaffeevollautomat: Essigessenz oder Spülmaschinentabs werden ins Kühlwasser gegeben, danach fährt man ein paar Tage mit dieser Mixtur im System herum – bevor man es zum Beispiel durch Konservierungsmittel und Frostschutz ersetzt.

Es qualmt aus der Motorhaube

Wenn es aus der Haube qualmt, heißt es, Ruhe zu bewahren. Es gibt viele Gründe, warum Rauch entstehen kann, besonders schlimm ist es, wenn sich ein Feuer nicht mit dem Feuerlöscher in den Griff kriegen lässt. Dann muss die Gefahrenstelle abgesichert und die Feuerwehr gerufen werden. Und: Man muss sich vom Brandherd möglichst weit entfernen. Weniger gefährlich sind ein fehlender oder vergessener Deckel des Öleinfüllstutzens bzw. ein geplatzter Kühlwasserschlauch. Fehlt die Abdeckung des Öleinfüllstutzens, landet Schmiermittel zum Beispiel auf dem heißen Krümmer der Abgasanlage – und das qualmt. Hier empfiehlt es sich, zu warten, Schmiermittel nachzufüllen, den Stutzen provisorisch abzudichten und zur nächsten Werkstatt zu fahren. Ist der Kühlwasserschlauch defekt, helfen die Pannendienste von ADAC oder AvD.

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Automatiköl braucht man selten – und hat es daher meist nicht an Bord. In der Regel wird es beim Kundendienst ausgetauscht

Die Automatik verweigert den Dienst

Moderne Automatikgetriebe sind sehr zuverlässig und gehen höchst selten wirklich kaputt. Schaltet die Automatik aber nicht mehr, liegt das zumeist am Automatiköl, auch „ATF“ abgekürzt. Fehlt das ATF, lässt es sich leicht auffüllen, denn jede Automatik hat dafür einen Peilstab. Es ist alles in Ordnung, wenn der Ölstand zwischen der Maximum- und der Minimummarkierung steht. Man füllt das ATF mittels eines Trichters über das Rohr des Peilstabs vorsichtig nach. Wenn das Öl am Peilstab schwarz ist und stinkt, gehört es ausgetauscht.

Mist, ich habe den falschen Sprit getankt

Das kommt oft vor: In der Eile des Gefechts tankt man Super statt Diesel – oder umgekehrt. Bei älteren Autos ist es möglich, eine nahe Werkstatt anzufahren, vor allem, wenn noch eine größere Menge vom richtigen Treibstoff im Tank ist. Aber es ist besser, den Pannendienst kommen zu lassen. Erst recht bei modernen Fahrzeugen. Denn Einspritzanlagen, Turbolader oder Rußpartikelfilter werden recht schnell zerstört – und das geht richtig ins Geld. In der Werkstatt wird der falsche Sprit abgepumpt, das System gereinigt und der Kraftstofffilter gewechselt. Das kostet um die 300 Euro und ist billiger als zum Beispiel eine kaputte Einspritzanlage.

 

Dauerbeladung schadet dem Fahrwerk

Bei häufigen Fahrten mit maximaler Beladung empfehlen sich stärkere Fahrwerks-Komponenten, etwa von H&R, KW ode Eibach

Defekt oder normal – warum macht das Auto beim Anfahren „klonk“?

Das Geräusch nennt der Mechatroniker „Lastwechselschlag“. Es tritt besonders oft bei Fahrzeugen mit Hinterradantrieb auf, kommt aber auch bei Frontantrieb und Allrad vor. Ursache des „Klonks“ sind in aller Regel ausgeschlagene Gelenke und Verbindungen zwischen Motor bzw. Getriebe und Antriebsachse. Besonders häufig kommt ein solcher, durch Verschleiß verursachter Schaden bei Autos vor, die viel im Stadtbetrieb mit seinen dauernden Lastwechseln bewegt werden. Auch defekte Federn und Dämpfer können solche Geräusche verursachen. Sie zeugen von häufiger Voll- oder Überladung des Fahrzeugs und können gefährliche Unfälle verursachen. Defekte Kreuzgelenke und verzogene oder rissige Hardyscheiben sollten rasch ausgetauscht werden. Denn Folgeschäden sind wesentlich teurer. So kostet eine neue Kardanwelle – je nach Fahrzeug – mindestens vier Mal so viel wie der Tausch defekter Gelenkscheiben.

Bildnachweis
  • Liqui Moly

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