Gespann im Winter – so ist man sicher unterwegs

Manfred Prescher 1801 0
Überhaupt ist das Fahren mit Anhänger anspruchsvoller als das Steuern eines PKW oder SUV. Aber besonders im Winter braucht man noch mehr Geschick und den vorausschauenden Blick. Blitzeis, Eis, Schnee oder Matsch sorgen für schwierige Bedingungen. In brenzligen Situationen muss man mit Gas und Bremse noch gefühlvoller umgehen als ohnehin schon. Und: Man muss noch mehr Abstand zum Vordermann halten, auch, um auf dessen Fahrfehler reagieren zu können. Die Rameder-Profis stellen noch ein paar wichtige Tipps vor.

So optimieren Sie die Stabilität

Die Straßenverkehrsordnung ist da nicht eindeutig: Es gibt keine Winterreifenpflicht für Anhänger. Es ist aber trotzdem zu empfehlen, nicht nur das Zugfahrzeug damit auszustatten. Die Reifen sorgen für kürzere Bremswege, weniger Schlingern und ein insgesamt angenehmeres, weil sicheres Fahrgefühl.  Außerdem empfiehlt es sich, eine Anhängerkupplung mit – wie es der Gesetzgeber nennt – „mit Stabilisierungseinrichtung“, sprich mit Schlingerdämpfung zu verwenden. Wird der Stabilisierungsgriff betätigt, Beläge hinten, vorne, rechts und links an die Anhängerkugel am Auto gedrückt. Die Kupplung hilft deshalb dabei, gefährliche Nick- und Schlingerbewegungen des Anhängers zu nivellieren. Speziell auf rutschig-glatter Fahrbahn erhöht sich so die aktive Sicherheit des Gespanns deutlich.

Spray mal wieder

Ein kurzer Tipp: Vor dem ersten Frost ist es sinnvoll, die Anhängerkupplung mit Enteiser-Spray zu behandeln. Die Sicherheitsanzeige friert dann nicht ein und bleibt beweglich. Auch bei eingefrorener Anzeige hilft das Spray. Wasserabweisende Hauben für den Kugelkopf sind ebenfalls sinnvoll.

Ladung sichern – sicher fahren

Am besten belädt man den Anhänger in puncto Gewichtsverteilung gleichmäßig – und so, dass bei starken Bremsvorgängen nichts verrutschen kann. Also gehören weiche „Polsterungen“ nach außen. Weil im Winter immer wieder Gefahren lauern, ist es besonders wichtig, die Ladung abzusichern. Spanngurte, Seile, Netze, Ketten und andere Mittel zum Verzurren kommen dafür im Frage. Auch eine Sicherung mit mehreren Systemen ist sinnvoll, besonders, wenn die Ladung nicht einheitlich ist – zum Beispiel bei Umzugstransporten.

Der längere Bremsweg

Auf schneebedeckten Straßen verlängert sich der Bremsweg bis auf das Vierfache – bei einem Fahrzeug ohne Anhänger. Bei einem PKW mit Anhänger kann es sogar ein noch höherer Faktor sein. Deshalb empfiehlt es sich besonders vorsichtig und auch langsamer zu fahren.

Die Bowdenzüge

Überprüfen Sie im Winter regelmäßig die Bowdenzüge, schließlich müssen die Anhängerbremsen ihren Dienst immer und bei jedem Wetter bestmöglich verrichten. Man achte speziell auf eindringende Feuchtigkeit in den Bowdenzügen, denn diese kann zu Rost und zum Einfrieren führen. Beim ADAC rät man, die Bowdenzüge in der Mitte möglichst hoch zu hängen, so dass möglichst kein stehendes Wasser zu Eis gefrieren kann. Idealerweise verwendet man dazu spezielle Halter für Achsbowdenzüge. Denn diese sorgen dafür, dass die Feuchtigkeit entweicht und die Bremsen arbeiten können.

Fazit

Umsicht und Weitsicht – gerade, wer im Winter mit dem Gespann unterwegs ist, muss auf jedes Detail achten. Nur sicher fährt auch sicher.

 

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