Der Bentley Bentayga, das Über-SUV

Manfred Prescher 1350 0
Der Name ist schier unaussprechlich, das Fahrzeug nicht für jedermann erschwinglich. Denn in der „Grundausstattung“ sind schon knapp 210.000 Euro hinzublättern. Wer seinen Bentley Bentayga individualisieren will, zahlt auch schon mal über 300.000 Euro, denn theoretisch erfüllt der zum VW-Konzern gehörende Premiumhersteller alle Kundenwünsche. Vorausgesetzt, der Geldbeutel spielt mit. Vermutlich gibt es den Bentayga auch deshalb, weil es Menschen gibt, denen ein Porsche Cayenne, ein Range Rover Sport SVR oder eine BMW X5 M einfach zu gewöhnlich sind.

Der Bentley Bentayga ist nämlich nicht nur ein sehr teures SUV, sondern ein sehr schnelles. Denn der hochgezüchtete, sehr leichte W12-Motor mit seinen 608 PS leistet auch mehr als der stärkste Motor im Konzernbruder Cayenne. Das Porsche-Dickschiff kommt nämlich „nur“ auf 570 PS. Die Fahrleistungen im Bentayga sind rekordverdächtig: Der 12-Zylinder beschleunigt den 2,4 Tonnen schweren und 5,14 Meter langen Wagen in sagenhaften 4,1 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 km/h. Schluss ist dann bei einem Top Speed von 301 km/h, was den Bentley zum schnellsten Serien-SUV überhaupt macht. Aber was heißt hier „Serie“?  3.600 Autos wollte man bauen, 5.500 sind jetzt bestellt. Man befindet sich als Käufer auf jeden Fall in einem sehr exklusiven Klub.

 

 

Was erhält man? Ein großes, elegantes Fahrzeug, das bis ins Detail perfekt verarbeitet ist, eines, das natürlich als Reise(be)gleiter von Format taugt, aber notfalls auch kräftig was wegziehen kann. Denn der Motor bringt ein Drehmoment von 900 Nm auf die Straße. Der Allradantrieb ist fein austariert und würde den Bentayga auch zu hervorragenden Geländeeigenschaften verhelfen. Aber man möchte ihn einfach nicht schmutzig machen. Ganz nebenbei ist der neue Bentley nämlich auch recht elegant und bietet selbst auf engen Landstraßen maximale PKW-Agilität. Der Bentayga lässt sich spielend leicht und agil durch Kurven dirigieren, wirkt insgesamt sehr sportlich. Dass man im Auto nicht allzu viel von der Dynamik des Triebwerks hört, ist logisch. Das erwartet die Kundschaft von einem Bentley, denn bei aller Kraft ist der Bentayga kein Bugatti – er gibt sich kultiviert und souverän.  Und das auch beim Verzögern, denn die Keramikbremsen haben den Koloss jederzeit im Griff.

Im Innenraum dominieren edelste Materialien, feinstes Leder zum Beispiel. Die Sitze können 22-fach verstellt werden und passen sich so wirklich an die Statur jedes Fahrers an. Wer im Fond Platz nimmt, hat jede Menge Beinfreiheit, denn die Luxussessel sind – im Vergleich etwa zu den „profaneren“ Geschwistern Cayenne und Q7 – weiter nach hinten versetzt und höher angelegt. Bequemer geht es nicht. Ob man ein Auto wie den Bentley Bentayga nun braucht? Wahrscheinlich nicht. Aber diese Frage stellt sich ein Bentley-Kunde vermutlich sowieso nicht. Sonst würde der Hersteller wohl auch kaum für 2017/18 eine 650 PS starke Version des Luxusliners ankündigen.

 

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