Opel Astra Sports Tourer, der Golf-Jäger

Manfred Prescher 4008 0
Der Astra ist seit Anbeginn an der Gegner des wichtigsten VW-Modells. Gut, Anfang der 1960er Jahre hießen die Kontrahenten noch Kadett A und Käfer 1200 und noch früher, als der Kadett I debütierte, war das Volkswagenwerk gerade erst in der Planung. Aber später duellierten sich die Wolfsburger mit den Rüsselsheimern, technisch meist mit Vorteil Opel, aber die Verkaufszahlen sprachen fast immer für die Niedersachsen. Nun könnte die Sache anders aussehen - denn der neue Astra ist ein richtig gutes Auto.

Der mit dem Golf spielt oder wie Opel wieder konkurrenzfähig wird

Wer jetzt denkt, der Kadett hat mit dem Astra mindestens so wenig zu tun, wie Käfer und Golf, der irrt. Denn schon die Nomenklatur verdeutlicht die Nähe: Die Kadetten wurden von 1962 bis zur Einstellung der Baureihe im Jahr 1993 durchbuchstabiert – von A bis E kam man im Alphabet. Der erste Astra schloss als Astra F nahtlos an, der neue trägt die Bezeichnung K. Er ist, nach jahrelanger Durststrecke, großer Krise und technischem Rückstand, wieder ein Erfolgsgarant. Schick, zeitgemäß, sicher und sehr ordentlich verarbeitet. Selbstbewusst kommt er daher, strahlt des Nächtens beim Türöffnen das Opel-Logo auf den Asphalt. Das finden wir bei Rameder zwar unnütz, aber doch witzig. Und auch als Kombi, der hier Sports Tourer heißt, gibt er sich luftig, leicht und dynamisch. Tatsächlich ist der Astra leichter als sein Vorgänger – 190 Kilogramm sparen Fünftürer und Kombi im direkten Vergleich. Im Verbund mit neuen Motoren hilft das beim Spritsparen.

Viel Platz, noch mehr Stauraum und hinten kann eine Anhängerkupplung ran

Natürlich kann der Sports Tourer auch eine Anhängerkupplung vertragen – und was „wegziehen“, aber er bietet doch auch ordentlich Platz im kompakten Innenraum. Obwohl die Abmessungen nahezu identisch sind mit denen des sechs Jahre lang gebauten Vorgängers, kann der neue „Transsportler“ alles etwas effektiver. Effizientes Verstauen ist gut möglich, denn der Neue fasst bis zu 1.630 Liter Gepäck. Und wer mühselig und beladen auf das Heck des Autos zugeht, der muss noch nicht mal etwas abstellen, um die Klappe zu öffnen. In Kombination mit dem Opel-Startsystem „Keyless Open“ reicht ein sanfter Fußtritt unter den hinteren Stoßfänger – schon öffnet sich der Gepäckraum. Zum Schließen genügt dann auch wieder ein Kick. Das System erkennt Hindernisse, das heißt, die Klappe schwingt nur so weit auf, wie sie es – ohne Schaden zu nehmen – kann.

Moderne Motoren für jeden Bedarf und jede Menge Hightech

Insgesamt bietet der Astra mehr Kopf- und Beinfreiheit als der Vorgänger, er liegt in diesem Bereich auf Augenhöhe mit dem Golf VII. Auch die Motorenpalette ist konkurrenzfähig und wesentlich sparsamer als die in die Jahre gekommenen Aggregate des Vorgängers. Fünf Benziner und genauso viele Selbstzünder sind im Angebot. Bei den Ottomotoren reicht die Leistungspalette von 105 PS (77 kW) bis zu Turbo-beatmeten 170 PS bzw. 125 kW. Die Verbrauchsdaten liegen laut Opel zwischen 4,4 Litern beim 1,0-Liter ecoFlex und 6,8 Litern beim 1.6 DI Turbo mit Automatik-Getriebe. Unser Praxistest mit dem 1.6 DI Turbo und Start-Stop ergab statt der von Opel vorgegebenen 6,1 Liter Verbrauch  Einen halben Liter mehr auf 100 Kilometer. Wir gehen davon aus, dass sich eine ähnliche Differenz auch bei den anderen Varianten ergibt. Den Vergleich mit dem Vorgänger gewinnt der Astra Sports Tourer auf jeden Fall. Und das auch beim Diesel. Hier liegen die Werksangaben zwischen 3,9 Litern 1,6 CDTI ecoFlex Start-Stopp (110 PS/ 81 kW) und 4,9 Litern beim 2,0 CDTI mit 165 PS (121 kW). Für das stärkste Modell, den 2,0 BiTuribo CDTI mit 195 PS bzw. 143 kW liegen noch keine „offiziellen“ Werte vor. Ob es eine OPC-Variante des Kombi geben wird, steht noch in den Sternen.

Der Astra Sports Tourer ist gut verarbeitet und lockt mit – in dieser Klasse einmaligen – Features, wie dem persönlichen Online- und Service-Assistenten Opel OnStar, der Multimedia-Schaltzentrale IntelliLink und Smartphone-Direktanbindung dank Apple CarPlay und Android Auto, ist der Astra sehr gut vernetzt. Der Opel-Hotspot sorgt dafür, dass das Herunterladen von Songs oder Filmen nicht auf Kosten des eigenen Datenvolumens geht. Für mehr Sicherheit bei Dunkelheit und Dämmerung sorgen die IntelliLux-LED-Scheinwerfer – und die werfen auch den Opel-Blitz auf den Asphalt.

Datenblatt

Technische Daten Opel Astra Sports Tourer 1.4 Ecotec Direct Injection Turbo
Hubraum (ccm) 1.399
Zylinder 4
Leistung (PS / kW) 125 / 92
Drehmoment (Nm) 245
Beschleunigung 0-100 km/h (Sekunden) 9,2
Höchstgeschwindigkeit (km/h) 205
Verbrauch (Liter) laut Opel, kombiniert 5,6
Verbrauch (Liter), Test 6,2
CO²-Emission /g/km), laut Opel 139
Maße und Fakten
Radstand (mm) 2.662
Gesamtlänge (mm) 4.702
Höhe bei Leergewicht (mm) 1.510
Breite mit aus-/eingeklappten Außenspiegeln (mm) 2.042 / 1.871
Wendekreis (m) 11,05
Gepäck-/Laderauminhalt (Liter) 540 – 1.630
Maximale Anhängelast gebremst (12% Steigung) und ungebremst (kg) 1.700 / 700
Preis (Euro) ab 20.010

Unser Fazit

Den Golf in Bedrängnis zu bringen, wird schwer. Aber der Astra zeigt, dass Opel wieder gute Mittelklasse-Autos bauen kann. Gut verarbeitet, sparsam und effizient.

 

Bildnachweis
  • Der neue Opel Astra © Adam Opel AG

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