Was Autofahrer im Winter lassen sollten

Manfred Prescher 2339 0
Autofahrer kennen das ja, ein Termin jagt den anderen, schon ab dem frühen Morgen ist alles durchgetaktet – Kinder zur Schule fahren, Meeting um 9, Kundenbesuch, Einkauf… Und dann sind auch noch die Scheiben vom Auto vereist, die Batterie macht schlapp oder die Türen lassen sich frostbedingt nicht mehr öffnen. Diese Alltagsprobleme lassen sich am besten im Vorfeld, also bevor der Winter mit List und Tücke zuschlägt, lösen. Wir helfen unseren Lesern dabei.

Weiße Pracht, doch wo ist das Auto? Und wie kommt man hinein?

1. Türdichtungen: Wo Fett willkommen ist

Ach herrje, die Türen klemmen und lassen sich vom Autofahrer nur mit roher Gewalt öffnen. Denn der Frost hat die Gummidichtungen nicht nur hart gemacht, sie kleben auch an der Karosserie fest. Abgesehen davon, dass es nervig ist, nicht einsteigen zu können, sind Schäden an den Dichtungen vorprogrammiert.
Einfache Lösung: Regelmäßiges Einfetten der Fenster- und Türdichtungen mit Hirschtalg. Auch Silikon wirkt wahre Wunder.

2. Heißes Wasser mag die Scheibe nicht

Natürlich schmilzt auch die dickste Eisschicht, wenn man heißes Wasser über die Scheibe schüttet – das geht sogar recht schnell. Zu schnell. Der Temperaturunterschied zwischen dem eiskalten Glas und dem heißen Wasser ist womöglich zu hoch. Die Folge – Spannungsrisse in der Verbundscheibe.
Einfache Lösung: Scheibenabdeckungen oder -folien einsetzen

3. CD-Hüllen und andere kantige Utensilien schaden

Wer die Scheibe freikratzen muss, sollte sich nicht auf seine Musiksammlung verlassen. Denn die CD-Hülle ist zu scharfkantig, sie verkratzt das Glas – erst recht, wenn sich Schmutzpartikel auf der Scheibe befinden. Kantige Gegenstände, etwa auch Kreditkarten, sollte man nicht zum Enteisen einsetzen, denn man schadet der Scheibe und den Wischern.
Einfache Lösung: Vorausschauende Autofahrer haben immer einen richtigen Eiskratzer, am besten einen mit Zähnen für dickes Eis und einer Gummilippe für den Schmutz, im Kofferraum.

4. Alte Batterie, was nun?

Wie lange Batterien halten, lässt sich nicht so ohne weiteres sagen. Häufige Kurzstrecken und heftige Wintereinsätze verkürzen aber das Leben des Energiespenders. Speziell in der kalten Jahreszeit – wo Licht, Sitz- und Scheibenheizung oder Gebläse im Dauereinsatz sind, werden Batterie und Lichtmaschine stark beansprucht.
Einfache Lösung: Viele Werkstätten bieten in der Übergangszeit preiswerte Batterie-Checks an. Wer mit einer Batterie, die vier Jahre oder mehr auf dem Buckel hat, unterwegs ist, sollte diese besser vor dem Kälteeinbruch wechseln.

5. Frostschutz vergessen

Frostschutz ist wichtig, das merkt man, wenn er fehlt. Also, wenn Matsch und Schnee Schlieren auf der Scheibe verursachen. Wenn es richtig kalt ist, kommt noch ein weiteres Problem dazu: Kippt man zu spät neues Frostschutzmittel nach, sind die Spritzdüsen oft festgefroren.

Einfache Lösung: Bei modernen Autos sollte man auf die Warnung im Display hören und Frostschutz nachfüllen, wenn man dazu aufgefordert wird. Bei älteren Fahrzeugen ist es sinnvoll, das Mittel immer wieder aufzufüllen. Im Handbuch findet man die Angabe zur Füllmenge des Tanks, so dass man das Nachfüllen ganz gut in den Griff bekommt.

6. Feuchtigkeit im Auto – das kann gefährlich werden

Es schneit, der Winterspaziergang mit Kind und Hund ist schön romantisch – aber Mensch und Tier sind hübsch angefeuchtet. Der Haken: Wird die Feuchtigkeit ins Auto getragen, beschlagen die Scheiben hartnäckig von innen und sorgen so für gefährliche Situationen im Straßenverkehr. Dass die Auslegeware am Fahrzeugboden leicht zu müffeln anfängt, kommt noch dazu.
Einfache Lösung: Am Abtrocknen von Schuhen, Kleidung und Haaren führt kein Weg vorbei.

7. Die dicke Jacke schützt – aber nicht bei einem Unfall

Im Auto ist es kalt, da lässt man doch besser den dicken Wintermantel an. Es ist aber in diesem Fall wirklich besser, kein Weichei zu sein. Denn der Mantel sorgt nicht nur für Wärme, sondern auch dafür, dass der Gurt nicht eng genug am Körper anliegt – und das kann bei einem Unfall fatale Folgen haben.
Einfache Lösung: Mantel aus, Schal weg und mit Pulli, Bluse oder Hemd fahren. Für die Wärme sorgt dann die Heizung oder eine beheizbare Sitzauflage.

8. Hohe Drehzahlen und Kurzstrecken schaden dem Motor

Früher war es üblich, dass besonders empfindliche Motoren warmgefahren werden mussten. Besitzer etwa eines Alfa Spider wissen, dass die hochgezüchtete Maschine eine gewisse Betriebstemperatur braucht. Das gilt im Prinzip – und erst recht im Winter – für alle Motoren: Wer jetzt schnell auf hohe Drehzahlen setzt, verkürzt das Leben des Triebwerks. Und weil bei extremen Kurzstreckeneinsätzen der Motor nicht warm wird und die Drehzahl von selber relativ hoch hält, schadet es, wenn das Auto nur für kürzeste Distanzen eingesetzt wird.

Einfache Lösung: Bei kaltem Motor im niedrigen Drehzahlbereich fahren, also früher schalten – und dem Auto immer wieder mal eine Ausfahrt gönnen.

9. Dem Auto eine Vorwäsche gönnen

Streusalz ist Gift für das Auto, deshalb sollte man es im Winter regelmäßige Waschen. Moderne Waschstraßen sind eine gute Option für zwischendurch – wenn man die Vorwäsche nicht vergisst. Wer die weglässt, spart an der falschen Stelle, denn Bürsten und Dampfstrahler sind nicht in der Lage, Dreck und Salz wirkungsvoll zu entfernen. Im Gegenteil: Die Kruste wird zum Lack-Killer, sie sorgt unter Umständen für üble Kratzer.
Einfache Lösung: In die Vorwäsche investieren und auch den Unterbodenschutz nicht vergessen.

 

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