Anhängerkupplung nachrüsten? So klappts – Teil 2 von 2

Jens Waldmann 8315 0
Im zweiten Teil des Themas "Anhängerkupplung nachrüsten" wird nun der Anbau des Elektrosatzes beschrieben. Ein durchaus wichtiger Aspekt für die komplette Funktionstüchtigkeit der Anhängerkupplung.

Ist der Haken (Anhängerkupplung) einmal dran, glaubt man den schwierigsten Teil hinter sich. Aber jetzt geht es ans Eingemachte – die Verkabelung. Wem das bisher schon zu viel war, sollte spätestens jetzt einen Fachmann hinzuziehen: Der Einbau und Anschluss des E-Satzes steht an. Und eine Pause nach ca. 2 Stunden. Frisch gestärkt mache ich mich nun also über den Elektrosatz her. Laut Einbauanleitung kein Hexenwerk. Erst einmal die Verkleidung im Kofferraum links abmontieren. Hierfür löse ich einige Schrauben (Bild 4) und lege die Verkabelung frei (Bild 1).

freigelegter Kabelbaum im Heck

Bild 1

Jetzt das Kabel für die dritte Bremsleuchte finden und den entsprechenden Stromabnehmer daran befestigt (Bild 5). Das war einfach. Im nächsten Schritt muss ich die Einstiegsverkleidung Fahrerseitig entfernen, um das E-Satz-Kabel nach vorn zum Sicherungskasten verlegen zu können: erledigt (Bild 6). Sicherungskasten öffnen und ausbauen: auch erledigt (Bild 7+8). Kabel nach vorne durchziehen: ausgeführt (Bild 9+10). Jetzt wird’s ernst, denn mit der Fahrzeugelektrik ist es nicht so einfach und wer den Kabelbaum im Sicherungskasten sieht fühlt sich auch mal überfordert. Doch mit einem Multimeter (oder einer Prüflampe) identifiziere schnell die „Klemme 15“ bzw. das „Zündungsplus“ und schließe das entsprechende Kabel vom E-Satz dort an (Bild 2). Wer sich fragt wozu: Hier muss ein Anschluss erfolgen, um zu vermeiden das die Batterie entladen wird, d.h. wenn die Zündung aus ist, dann darf auch kein Strom am E-Satz anliegen. Für die Stromversorgung des Anhängermoduls schließe ich nun noch die „Klemme 30“ an (Bild 11).

Klemme 15 bzw. Zündungsplus

Bild 2

Die Stromversorgung ist gewährleistet, aber noch fehlt der Anschluss für die Übertragung aller relevanten Funktionen für den E-Satz. Hierfür muss ich den OBD-Stecker (OBD = On-Board-Diagnose) finden und das Datenbus-Kabel mit dem E-Satz verbinden. Hab ich erledigt (Bild 12).

Bevor es jedoch ans zusammenbauen geht – erst noch einen Funktionstest durchführen. Der geborgte Anhänger für meine späteren Fahrten zum Wertstoffhof (Grünabfälle sämtlicher Nachbarn sind schon im Plan, um sich neue Freunde zu schaffen) steht in der Garage und wird kurzerhand einfach mal angeschlossen. Alle Lampen funktionieren. Rückwärtsgang rein und die Parksensoren senden kein Signal – so soll es sein (Bild 3). Ich will auch gleich noch die Lampenausfallkontrolle prüfen und entferne einfach eine Glühbirne am Anhänger. Und siehe da – Blinkfrequenz im Cockpit ist erhöht, also alles OK (Bild 13). Zu guter Letzt alles wieder zusammensetzen und nach 5 Stunden bin ich fertig.

Prüfung Abschaltung Rückfahrsensoren

Bild 3

Alles in allem war der Anbau nicht allzu schwer, aber für das Anbringen der schweren Traverse ist ein Schrauberkollege von Vorteil. Auch ein wenig Kenntnis bei der Fahrzeugelektrik wäre nicht schlecht. Die Anhängerkupplung ist dran und der E-Satz angeschlossen, aber muss ich jetzt nicht noch zum TÜV? Nein, sagen die Experten. Denn hat die Anhängerkupplung eine EG-Typgenehmigung EC94/20 ist eine Eintragung in die Fahrzeugpapiere nicht nötig. Einzig das Mitführen der Einbauanleitung genügt. Kleiner Tipp: Man kann die Anhängerkupplung bei der nächsten erforderlichen Änderung in den Fahrzeugpapieren gleich mit eintragen lassen.

 

Bildnachweis
  • Alle Montage Bilder © Rameder Anhängerkupplung und Autoteile GmbH

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